Ab dem
31. Oktober 2009 treten in ganz Deutschland neue
Allgemeine Geschäftsbedingungen für Kunden in Kraft, die mit
Banken und Sparkassen Geschäfte tätigen. Dabei stehen vor allem
die Nachteile der Kunden im Vordergrund.
Grund
der Änderungen ist eine EU-Richtlinie. Mit Sicherheit wurde
diese durch die Banken selbst initiiert. Sie hätten sich sonst
auf die Seite ihrer Kunden geschlagen. Nicht der Kunde selbst
ist der Mittelpunkt, sondern sein Geld.
Wie das "Handelsblatt"
am 28.10.2009 berichtete, plant der Fernsehkonzern
ProSiebenSat.1 bis 2014 die Einführung von Gebühren. Der Grund
hierfür ist die hohe Verschuldung. Es müssen weitere Geldquellen
erschlossen werden.
Bedeutet
dies nun, dass die ProSiebenSat.1 ähnlich wie die RTL Group mit
Spartenprogrammen aufwarten, die durch PayTV u.a. über Sky zu
empfangen sind? Oder will man tatsächlich die bisher regulären
Programme (SAT.1, Pro7, Kabel1, NeunLive, N24), die alle digital
ausgestrahlt werden müssten, nur mit einem Decoder/Receiver plus
Zugangskarte zu empfangen?
In den
letzten beiden Jahren ist aufgefallen, das sich die Sender bei
ProSiebenSat.1 gegenseitig ihr Programm bewerben. Eigentlich
etwas selbstverständliches bei anderen Sendern. Man hat es
wahrscheinlich in der Managerebene jahrelang verschlafen, sich
dem TV-Markt der Zukunft zu widmen. Dazu gehören eigene kreative
Formate. Leider schwenken die Privaten insgesamt auf leichte
Kost - Reality-TV oder Blödel-Shows. Vom Geschmack und Interesse
einmal angesehen, bietet kein privater deutscher Free-TV-Sender
(im Kabelnetz) für mich seit dem Jahr 2000 etwas sinnvolles bzw.
interessantes.
Mein
TIPP: Trotz der GEZ-Gebühren für ARD/ZDF, haben Sie ein
breites und werbefreies digitales Programm auf Sky oder Kabel
Deutschland. Vorteile sind die Spartenprogramme für
Geschichtsinteressierte, Doku - und TV-Soap-Freunde und
Film/Serienfans. Sie können zu jeder Tageszeit Ihre Sendung
sehen oder einen Spielfilm bzw. eine Serie sehen.
Der Unterschied zum
"Bildzeitungsfernsehen" der Privaten wird Ihnen dann klar
werden.
Vor 20 Jahren - Der Beginn des bewussten Unterganges des
zweiten Unrechtsregimes
Am
07.11.1950 wird die Nationalhymne der "DDR" öffentlich
eingeführt.
Am
01.10.1959 gab sich die "DDR" ein neues Gesicht - Die
Flagge mit Hammer, Zirkel im Ährenkranz.
1961 kam
die Mauer und die Todesgrenze hinzu.
30. September
1989
Ein
Samstag vor 20 Jahren um 18:58 Uhr*, an dem in der Botschaft der
Bundesrepublik Deutschland in Prag für einige tausende Menschen
aus der "DDR" ein Traum wahr wurde. Die Freiheit!
Hans-Dietrich Genscher *21.03.1927 stand auf dem Balkon der
Botschaft (Barock Palais Lobkowicz), Scheinwerfer erhellen den
Vorplatz auf der Rückseite. "Wir sind zu Ihnen gekommen, um
Ihnen mitzuteilen, dass heute ihre Ausreise." Jubelpfiffe,
Beifall und Freudenrufe stoppen den historischen Satz des
damaligen Bundesaussenminister, gebürtiger Hallenser
(Sachsenanhalt). Genscher gehört bis heute zu den beliebtesten
und wenigen seriösen Politikern in Deutschland.
"Berlin wird Leben
und die Mauer wird fallen." (Willy Brandt, 10.11.1989)
Am 09.
November 1989, nach einer Stunde, ebenfalls um 18:58 Uhr**
fielen völlig überraschend auf einer internationalen
Pressekonferenz zur 10. ZK Tagung der SED (18:00 Uhr) verbreitet über die "Aktuelle
Kamera" mit SED-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski
(*1929) die Worte:
18:58
Uhr "...
und deshalb, äh, haben wir uns dafür entschlossen, heute, äh,
eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich
macht, äh, über Grenzübergangsstellen der DDR, äh, auszureisen."
Dann die Nachfrage des "Bild"-Journalisten Peter Brinkmann,
der den italienischen Journalisten Riccardo Ehrman unterbricht, ab wann diese Regelung in Kraft trete. "Das tritt
nach meiner Erkenntnis - ist das sofort - unverzüglich".
Schabowski: "Bitte? Also Genossen mir is dit (ist das)
hier also mitgeteilt worden, dass eine solche Mitteilung heute
schon, äh, verbreitet worden ist. Sie müsste eigentlich in ihrem
Besitz sein.
Also
Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von
Voraussetzungen, Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse
beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt.
Zuständige Abteilung Pass und Meldewesen der VP, der
Volkspolizeikreisämter in der DDR sind angewiesen, VISA zur
ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne das dafür noch
geltende Voraussetzungen eine ständige Ausreise vorliegen
müssen. Äh, ständige Ausreisen können über alle
Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD erfolgen. Damit entfällt
die vorübergehend nötige Erteilung von entsprechenden
Genehmigungen der Auslandvertretungen der DDR bzw. ständige die
Ausreise mit dem Personalausweis der DDR über Drittstaaten." ...
"Äh,
was wird mit der Berliner Mauer? Es sind dazu schon Auskünfte
gegeben worden im Zusammenhang mit der Reisetätigkeit. Äh die,
die Frage des Reisens, äh, die Durchlässigkeit also der Mauer
von unserer Seite, beantwortet noch nicht und ausschliesslich
die Frage nach dem Sinn, also dieser, ich sag's mal so,
befestigten Staatsgrenze der DDR".
"Äh,
wir haben immer gesagt, das dafür noch einige andere Faktoren,
äh, mit in betracht gezogen werden müssen. Und die betreffen den
Komplex von Fragen, den Genosse Krenz in seinem Referat, in der,
in Hinsicht auf die Beziehung zwischen der DDR und der BRD geäussert hat. In Hinsicht auf, äh, die Notwendigkeit den
Friedenssicherungsprozess mit neuen Initiativen vorzusetzen. Und
äh, sicherlich wird die Debatte über diese Frage, äh, positiv
beeinflusst werden können, wenn sich auch die BRD und wenn sich
die NATO zu Abrüstungsschritten entschliesst und sie durchsetzt,
so oder ähnlich wie die DDR das und anderen
sozialistischen Staaten schon mit bestimmten Vorleistungen getan
haben. Herzlichen Dank."
Wenn man
Schabowski, der als Hardliner bis 1990 bekannt war, heute
abnehmen kann, das er Einsicht genommen hat, im Gegenteil zu all
den anderen ehm. Politbüromitgliedern, so ist er in die
Geschichte des Mauerfalles eingegangen. Das er der "DDR" nicht
nachtrauert, ist ein Meilenstein in der politischen
Aufarbeitung. Andererseits lebt er und seine Genossen heute gut
im kapitalistischen Wohlstandsstaat.
Ich gehe
davon aus, dass die Maueröffnung der SED selbst kein Zufall war.
Hohe SED-Funktionäre haben sich sicherlich abseits von Honecker,
Stoph und Mittag darüber verständigt, wie die Lage und
Machtsicherung trotz der Ausreisewelle, den Demonstrationen und
die Spaltung innerhalb der SED-Führung durch Egon Krenz wieder
gefestigt werden könne. Man spielte auf Zeit und versuchte den
Druck zu verringern.
Weiterhin gehe ich davon aus, das es Absprachen zwischen Kohl
und Honecker 1987 beim Staatsbesuch Honeckers gab. Geheime
Papiere im Zusammenhang mit einer möglichen Maueröffnung und der
Regelung von Strafverfolgungen von SED-Funktionären bzw.
Staatsorganen könnten nach Helmut Kohls Tod veröffentlicht
werden.
Die
Bürgerbewegung "Neue Forum" war ab November 1989 in der "DDR"
legal und hatte über 200.000 Unterstützer.(Zahl lt.
Bärbel Bohley am 09.11.89).
Quelle
Uhrzeiten * Wikipedia ** SpiegelTV/Spiegel Geschichte
November '89
08.11.1989,
Pressekonferenz zur 10. ZK Tagung der SED
Günter Schabowski: "Also das Politbüro ist in der Tat kleiner
als es zuvor war. Habe mir die Mühe gemacht das noch mal
auszurechnen. Wir hatten, äh, bislang 26 Mitglieder und
Kandidaten des Politbüros und haben heute, wenn ich richtig
gerechnet habe - ich war nie gut in Mathematik - 11 Mitglieder
und 6 Kandidaten und die beiden, wenn man so will,
Bereichsleiter."
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