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BILD VON HAWAII Die Inselgruppe im Nordpazifik
besteht aus acht vulkanischen Inseln. Die grösste, die dem Archipel
seinen Namen gab, ist Hawaii, auch Big Island genannt. Hauptattraktion
ist der Vulkan Kilauea. Er ist der einzige Vulkan weltweit, an dem Lavaströme
aus der Nähe besichtigt werden können. Hula-Hula-Mädchen, die im
Hawaii-Hemd unter Kokospalmen tanzen - die Katalog Klischees sorgen in
Europa für ein diffuses Bild von Hawaii. Zum Glück ist die Wirklichkeit
auf der zu den USA gehörenden Inselgruppe im Nordpazifik eine andere.
Das typische Hawaii gibt es ohnehin nicht, schliesslich sieht es auf
jeder der acht grösseren Inseln - zusammen ungefähr so gross
wie Schleswig Holstein - anders aus. Da ist zum Beispiel Oahu mit der turbulenten
Hauptstadt Honolulu, da ist das Garten-Eiland Kauai und da ist die grösste
Insel, die der Gruppe den Namen gab: Hawaii, auch Big Island genannt. "Kein fremdes Land auf der ganzen
Welt hat den gleichen tiefen, starken Charme wie dieses, kein anderes Land
könnte mich so sehnsuchtsvoll und flehentlich verfolgen, schlafend
und wachend, ein halbes Leben lang, wie es dieses getan hat", schwärmt
der amerikanische Schriftsteller Mark Twain über Hawaii. Besonders
Big Island mit seinen aktiven Vulkanen hatte es ihm angetan: "Überall
sprudelten Fontänen. Sie kochten und husteten und blubberten und versprühten
Girlanden aus rotem Feuer drei bis fünf Meter hoch in die Luft, begleitet
von Schauern blitzender Funken." So beschrieb er 1866 mit Begeisterung
einen Spalt-Ausbruch am Mauna Loa. Dieser Berg ist mit 4.169 Metern
über dem Meer einer der höchsten der Inselgruppe. Nur der Mauna
Kea ist noch höher: 4.205 Meter
(vom Meeresgrund bis zur Spitze misst er 10.205 Meter). Rechnet man die 6.000 Meter unter
Wasser hinzu, ist Mauna Kea sogar der grösste Berg der Welt.
Der Kilauea im Inselsüden ist mit 1.243 Metern zwar um einiges kleiner,
aber dennoch die grösste Attraktion der Insel: Er ist seit seinem
Ausbruch im Januar 1983 ein Dauerbrenner, seitdem spuckt der Vulkan immer
wieder Lava aus und jede Menge unangenehm nach Schwefel riechenden Dampf. Zum Glück sind seine Eruptionen
in den vergangenen Jahrzehnten nie explosionsartig erfolgt, sondern quasi
in Zeitlupe. So bleibt genug Vorwarnzeit für Bewohner und Besucher.
Der Kilauea ist der einzige Vulkan weltweit, an dem Lavaströme weitgehend
gefahrlos aus der Nähe besichtigt werden können. Hawaiis polynesische
Ureinwohner glaubten fest daran, dass unter den Vulkanen Pele zu Hause
ist, die Feuergöttin. Die ständigen Ausbrüche galten als
Beweis ihrer Existenz und ihres Zorns. Um sie zu besänftigen, wurden
am Kraterrand des Kilauea Blumen niedergelegt. Diese Tradition hat sich
bis heute gehalten. Peles Heimstatt ist das Zentrum
des Volcanoes National Park im Süden des Eilands, nicht weit entfernt
von der Inselhauptstadt Hilo. Der Krater, mitten im Park gelegen, wird
umrundet vom Crater Rim Drive, für den man mit dem Auto ungefähr
eine Stunde benötigt. An gekennzeichneten Stellen kann man in den
Krater hinabsteigen, eine Wüste aus Staub und Steinen. Am Beginn der Rundstrasse
kann man sich im Kilauea Visitor Center auf Schautafeln über das Wesen
eines Vulkans informieren. Einen Zwischenstopp einlegen sollte man an den
Sulphur Banks. Einige Meter unter den Besuchern stösst regelmässig
Grundwasser auf die glühende, rund 1.000 Grad heisse Lava und
verwandelt sich in heissen Schwefeldampf, der aus Erdspalten emporsteigt. Nur ein paar Meter ausserhalb
des Kraters beginnt eine üppige Vegetation. Für Bäume, Palmen
und Sträucher bietet der fruchtbare Boden reichlich Nährstoffe.
Mitten im Urwald bietet sich ein gut ausgeschilderter Rundgang durch die
Unterwelt Hawaiis an: an der Thurston Lava Tube, einem kilometerlangen
unterirdischen Lavatunnel. Er entstand, als dünnflüssige durch
dickflüssige, kühlere Lava floss und sich ins nahe Meer ergoss.
Der Tunnel erinnert an einen U-Bahn-Schacht und ist Besuchern auf einem
Teilstück zugänglich. Fährt man vom Krater auf
der ausgeschilderten Chain of Craters Road oder von Hilo auf den Highways
130 und 137 zur Küste gen Süden, wird man nicht weit kommen:
Beide Strassen - die eine von Westen, die andere von Osten parallel
zur Küste verlaufend - enden abrupt. Und zwar genau dort, wo beim
Kilauea-Ausbruch 1983 Lavabrei aus der Erde trat und sich an mehreren Stellen
Meter hoch über die Strasse ergoss, um dort zu erstarren. Ein
Durchkommen ist unmöglich. Ein Trip nach Big Island wäre
nicht komplett ohne Abstecher zum Green Sand Beach. Der Strand besticht
gleich mit zwei Superlativen: Er ist der südlichste der USA, und er
besteht aus vulkanischem Stein, der in der Sonne grün schimmert. Einziges
Problem: Es gibt keine Strasse dorthin. Wer ihn sehen will, muss vom
South Point rund zwei Stunden zu Fuss laufen. Wer Big Island besuchen will,
fliegt am besten von Honolulu aus. Hawaiian Airlines und Aloha Airlines
starten mehrmals täglich nach Hilo. Im Reisebüro vor Ort kann
man eine geführte Tagestour im Van buchen. Für selbst organisierte
Touren ist ein Mietwagen unerlässlich, weil es keine öffentlichen
Verkehrsmittel gibt. Möchte man die Insel von oben sehen, kann man
eine Hubschrauber-Tour buchen. Information: Hawaii Visitors and
Convention Bureau
GESCHICHTE HAWAII's Das Hawaii-Archipel wurde erstmals
im Jahre 300-500 n. Chr. von Polynesiern der 4.000 Kilometern entfernten
Marquesas-Inseln entdeckt und besiedelt.
Am 18.01.1778 dann entdeckte
Captain James Cook *27.10.1728 [Marton, GB] - †14.02.1779 [Hawaii] auf seiner dritten Pazifikreise Hawaii für die
moderne Welt und nannte die Inselgruppe "Sandwich Islands", zu Ehren des
ersten Lords der britischen Admiralität. Er tauschte mit den Hawaiianern
Schmuck gegen frische Vorräte. Neben Schweinen und Ziegen liess
seine Mannschaft auch Geschlechtskrankheiten auf der Insel zurück,
welche die Bevölkerung innerhalb von 80 Jahren von 300.000 auf 60.000
schrumpfen liess.
Als er ein Jahr später nach
Hawaii zurückkehrte, landete er auf Hawaiis Big Island (10.414 qkm). Durch Zufall
hatte Cook sich einen der heiligsten Plätze ausgesucht und zwar zu
einem Zeitpunkt, als die Hawaiianer gerade ein Fest zu Ehren des Gottes
Lono abhielten. Cook wurde für diesen Gott gehalten. Es folgten ein
zweiwöchiges Fest und die Huldigung durch die Hawaiianer. Danach verliess
Cook Big Island, geriet mit seinen Schiffen aber in einen Hurrikan, der
starke Schäden verursachte und ihn zur Rückkehr zwang.
Die Hawaiianer waren überrascht,
wie einer Gottheit so ein Missgeschick passieren konnte. Sie blieben zwar
noch freundlich, aber doch deutlich ernüchtert. Diebstähle mehrten
sich. Cook war darüber so verärgert, dass er am 13.02.1779
mit bewaffneten Männern an Land ging und den Häuptling gefangen
nehmen wollte. Durch ein Missverständnis gerieten er und seine Leute
in ein Handgemenge mit den Einheimischen. James Cook und vier seiner Männer
wurden grausam niedergemetzelt. Nach dem Tod, , von Kamehameha I.,
dem ersten Kriegshäuptling, der die Inseln zu einem Königreich
vereint hatte, schaffte dessen Witwe 1820 die alles bestimmenden Tabus
ab und öffnete das Inselreich westlichen Einflüssen. Ein Jahr
später gingen die ersten weissen Missionare auf Big Island an
Land. Bald waren die Inseln christianisiert, die Missionare und ihre Nachkommen
übernahmen wichtige politische und wirtschaftliche Positionen im Königreich. 1898, kurz vor Beginn des Spanisch-Amerikanischen
Krieges, annektierten die USA die Republik Hawaii und bauten Pearl Harbor
zum strategischen Kriegshafen aus. Zuckerrohr und Ananas sind in den Folgejahren
die wichtigsten Produkte des amerikanischen Hawaii, und bald brachten Dampfschiffe
auch die ersten Touristen. Im Dezember 1941 griffen japanische
Bomber überraschend und ohne jegliche Vorwarnung den amerikanischen
Stützpunkt Pearl Harbour auf Oahu an. Nach einem Volksentscheid wurde
Hawaii am 18.03.1959 zum 50. Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika erklärt.
Im selben Jahr landete das erste Düsenflugzeug, und das Zeitalter
des Massentourismus auf Hawaii begann. 1992 verwüstete der Hurrikan
Iniki mit Windgeschwindigkeiten bis 280 km/h die Insel Kauai. Der Wiederaufbau
zog sich über mehrere Jahre hin. Nach einem Rückgang der Besucherzahlen
Anfang der 90er-Jahre (Wirtschaftskrise) urlauben nun wieder knapp sieben
Millionen Touristen auf der Insel - viele davon kommen aus Japan und anderen
asiatischen Ländern. mehr
hier
DAS HAWAII-HEMD Ellery Chun erfand das Hawaii-Hemd Honolulu -
Surfer tragen sie gern,
Bing Crosby und Jürgen von der Lippe auch: Hawaii-Hemden! Erfunden
hat sie Ellery Chun, Vorbild war die knallbunte Kleidung der Arbeiter auf
den Zuckerplantagen. Chun starb am 09. Juli 2000 im Alter von 91 Jahren
in Honolulu. Es ist vermutlich der Hauch von
Freiheit, Erotik und Abenteuer, der Traum vom unberührten Inselparadies,
der beim Anblick eines Hawaii-Motivs in uns erwacht. Fest steht: Hawaiihemden sind
diesen Sommer der letzte Schrei. Und das in allen Formen und Farben. Nur
echt müssen sie sein, denn das Original-Hawaiihemd
zeichnet sich durch ein durchgehendes Muster aus, d.h. weder Brusttasche
noch Ärmel unterbrechen das hawaiianische Druckmotiv. Und das Beste
ist, dass Sie das Original-Hawaiihemd jetzt bei LandsEnd bestellen können.
Diesen Traum sollten Sie sich erfüllen! Wussten Sie, dass die Weltwirtschaftskrise
1929 verantwortlich für die Geburt des Hawaiihemdes war? Nach dem
so genannten "Schwarzen Freitag" schwanden auch die Umsätze der Kleidungsmanufakturen.
Einige experimentierten, indem sie Hemden aus den bunt bedruckten Stoffen
herstellten, die auch zur Herstellung von Kimonos verwendet wurden. 1933
produzierte der chinesische Schneider Ellery J. Chun, der am 9. Juni 2000
im Alter von 91 Jahren in Honolulu starb, 50 Muster, stellte diese in einem
Schaufenster aus und verkaufte sie für 1.95 US Dollar.
Drei Jahre später liess
Chun die Marke "Aloha Shirt" registrieren. Zuerst wurden die bunten Leibchen
hauptsächlich auf Partys und von Urlaubern getragen, bis Unternehmen
schliesslich in den 60er-Jahren ihren Angestellten erlaubten, einmal
pro Woche ein Hawaiihemd im Büro zu tragen. Mit der Ablichtung von US-Präsident
Harry S. Truman im Hawaii-Hemd mit über dem Bauch spannenden Seemöven-Motiv
im Life-Magazin 1951 war es geschehen: Der Triumphzug der Exotik-Mode war
nicht mehr aufzuhalten.
Spätestens seit Elvis Presley
in "Blue Hawaii" und Tom Selleck alias "Magnum" denkt beim Anblick eines
Hawaiihemds niemand mehr an dickbäuchige Touristen mit besockten Sandalen
und Kamera vor dem Bug. Männer können nämlich echt sexy
in dem bunten Leibchen aussehen. Serien-Detektiv Thomas Magnum ( "Magnum
p.i.") demonstrierte
ausserdem dem gesamten Globus, dass sich Hawaii-Hemden durchaus mit einem roten
Ferrari vertragen können. Auch hierzulande hat das bunte
Shirt Anhänger gefunden. Jürgen von der Lippe machte bereits
vor Jahren das bunte Shirt zu seinem Markenzeichen, deren Farbenvielfalt
man jede Woche in der TV-Show "Geld oder Liebe" bestaunen darf. |