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Schon zum
Ende der russischen Raumstation
'Mir'
(März 2001), hatten die USA ihren Traum, eine grosse und technisch gut
ausgerüsteten Raumstation realisiert. Als der US-Kongress mit einer
Mehrheitsstimme das NASA-Projekt des 21. Jahrhundert, den Bau der
Internationalen Raumstation ISS zustimmte, war die finanzielle Ausstattung
unterschätzt worden. Mit mehr als 15 Milliarden Dollar Budget dachte man den
Aufbau der Station im Orbit der Erde zu beginnen.
14.7.2002 • 16:30
Golem ISS
Bringt die internationale Raumstation das Ende der bemannten
Raumfahrt?
Am 25. Januar 1984 erteilt US-Präsident Ronald Reagan in seiner
Rede an die Nation der NASA den Auftrag, innerhalb von zehn
Jahren eine permanent bemannte Weltraumbasis zu entwickeln.
18 Jahre später ist das Multimilliarden-Dollar-Projekt ISS in
ernsten Schwierigkeiten, seit die NASA gestehen musste, dass
die Baukosten für den amerikanischen Teil der Station um rund
fünf Milliarden Dollar über dem vom Kongress genehmigten
Haushaltsplan liegen. Präsident George W. Bush verhängte einen
Ausgabenbegrenzung und ließ das ISS-Programm durchleuchten.
"US Core Complete" heißt die Formel, nach der Bush das
amerikanische ISS-Engagement begrenzen will. Die NASA soll
eine Sparversion der ISS fertig stellen. Statt der ursprünglich
geplanten sieben Astronauten hätte die Raumstation dann nur
noch eine Besatzung von drei Mann. Da das eine drastische
Leistungsverminderung bedeutet, sind die 15 Partner der NASA
entsprechend alarmiert. (Quelle: DLF)
Sonnensegel für die
ISS
Neue Energie für
die internationale Raumstation

Die
US-Raumfähre „Endeavour“ ist mit einem gigantischen
Sonnensegel an Bord zur ISS unterwegs. Das
Shuttle startete am Freitagmorgen in Cape Canaveral in Florida. Das
Sonnensegel wiegt 15 750 Kilogramm.
Die 600 Millionen Dollar (rund 1,4 Milliarden Mark)
teure Konstruktion soll die Internationale
Raumstation mit dringend benötigtem Strom versorgen.
Die Raumfähre
wird voraussichtlich am Samstag bei der Station
ankommen, die sich beim Start der „Endeavour“
rund 370 Kilometer über dem Indischen Ozean befand. Die riesigen
Segelteile sollen dann am Sonntag an der Raumstation befestigt werden.
Die beiden gold-schimmernden Segel sind 73,15 Meter lang und 11,58
Meter breit. Damit sind sie länger als die Spannweite einer Boeing 777 und
übertreffen sogar die Grösse der Raumstation.
Die neuen
Sonnensegel sind dringend notwendig für das amerikanische
Laboratorium „Destiny“, das die Fähre „Atlantis“
im Januar zur Station bringen wird. Doch auch jetzt
schon wartet die dreiköpfige russisch-amerikanische
Besatzung der Raumstation ungeduldig auf die
neue Energie: Die bislang vorhandenen
Sonnensegel reichen nur zur Beheizung von zwei der drei
ISS-Räume aus.
Daten und
Fakten zur ISS (Stand: April 2002)
ISS heisst
Internationale Raumstation - engl. International Space Station - von
Russland, die USA, Kanada, Japan und europäischen Staaten (ESA) u.a.
Deutschland (DASA) entwickelt (von 1997-2002). 2005 soll sie ca. 400 km im Orbit
um die Erde kreisen und sieben Astronauten Forschungsarbeit geben.
Der Vertrag zum
Bau der ISS wurde 1993 unterzeichnet.
Das erste Bauteil
"Zarya" (1A/R) wurde vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur am
20.11.1998 mit einer Proton-Rakete in die stationäre Umlaufbahn geschossen. 16
Nationen beteiligen sich am Aufbau der Raumstation ISS mit 14 Modulen, die im
Frühjahr 2005 fertiggestellt sein soll. Die Kosten betragen derzeit 85 Mrd.
Euro (April 2002).
| Spannweite |
108,6 m*** |
| Länge |
80 m |
| Tiefe |
88 m |
| Rauminhalt |
1.149 m³ |
| Gewicht |
ca. 415 Tonnen
(bei Fertigstellung) |
| Flughöhe |
ca. 400 km* |
| Umlaufbahn |
51,6 Grad Neigung |
| Geschwindigkeit |
29.000 km/h** |
| Elektr. Leistung |
110 kW |
| Aufbauphase |
1998-2003 |
| Fertigbauteile |
80 |
| Montageflüge |
46 |
| Besatzung |
max 7 Personen |
| Erdumrundung |
in 90 Minuten |
| Kosten |
200,4 Mrd DM**** |
*Anmerkungen->

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*variiert
zwischen 350 und 450 km. (a.A.
335
- 460 km)
**29.000
km/h sind 8,055 km/s für die Strecke München - Hamburg würde ISS nur etwa 90
sek. benötigen.
***oder
auch 108 x 74 Meter
****Kosten
der einzelnen Länder in Mrd DM:
USA=162,0 ; Russland=19,8 ;
Japan=6,3 ; Deutschland=4,5 ; Europa=6,7 ; Brasilien=1,1
Quelle zur ISS: LVZ
(Leipziger Volkszeitung, 1998) |
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ISS: Ein
neuer Stern am Himmel
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Mit ihren riesigen Sonnensegeln
ist die internationale Raumstation ISS seit Mitte Dezember als "neuer
Stern" am Himmel zu sehen. Nach Mond und Abendstern Venus ist die
Raumstation nun das dritthellste Objekt am Abendhimmel.
Mit rund 28.000
Stundenkilometern umkreist die Raumstation die Erde in einer Höhe von circa 380
Kilometern. Für eine Umrundung benötigt sie 90 Minuten. Mit insgesamt 73,15
Meter Länge und über elf Meter Breite übertreffen die beiden Sonnensegel die
Spannbreite einer Boeing 777. Am 14. Dezember war der künstliche Satellit
erstmals in Deutschland zu sehen – zunächst im Süden, später auch über
Nordrhein-Westfalen. |

Raumstation ISS |
In Deutschland nur am Abend zu sehen
Satelliten wie die ISS können nur dann gesichtet werden, wenn sich der
Beobachter im Dunkeln befindet, der künstliche Himmelskörper dagegen im
Sonnenlicht steht und dieses reflektiert. Sichtbar ist die Raumstation also nur
im Morgengrauen oder in der Abenddämmerung. Tagsüber und nachts ist sie
nicht zu sehen. Aufgrund der Umlaufbahn und der speziellen Bahnneigung
gegenüber dem Äquator ist sie in den nächsten Wochen in Deutschland fast
ausschließlich abends zu sehen, an manchen Abenden sogar zweimal.
Genaue Daten per Internet
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat eine Internetseite
eingerichtet, auf der die Sichtbarkeit der ISS von jedem Fleck der Erde aus
für einen Zeitraum von zehn Tagen abgefragt werden kann:
www.heavens-above.com. Hier können Sie selbst nachschauen, wo sich die
ISS gerade befindet. Auf der englischsprachigen Seite müssen Sie zunächst
"Selecting from our huge database" anklicken und im alphabetischen
Verzeichnis Ihr Heimatland (z.B. Germany für Deutschland) wählen. Auf der
nächsten Seite können Sie ihren Wohnort eingeben. In der Datenbank sind
auch kleinere Orte enthalten, die Sie am besten finden, wenn Sie zuerst die
nächstgrößere Stadt eingeben und dann auf "Neighbours" klicken.
Dann zeigt
das Programm, um wie viel Uhr sich die ISS in den nächsten Tagen über
Ihrem Kopf befindet.
Die übrigen Werte in der Tabelle haben folgende Bedeutung:
Mag steht für "Magnitude" und bezeichnet die Helligkeit von
Himmelskörpern. Je niedriger der Wert in dieser Spalte, um so heller
erscheint das Objekt. Der Vollmond hat z. B. einen Wert von -12,7.
Alt steht für "Altitude", die Höhe des Objekts über dem Horizont in
Grad.
Bei 0 Grad steht das Objekt direkt am Horizont, bei 90 Grad am höchsten
Punkt des Himmels. Der Winkel über dem Horizont sollte mehr als 20 Grad
betragen, damit die ISS gut zu beobachten ist.
Az steht für "Azimuth" und gibt die Richtung des Himmelskörpers an.
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| Wem
gehört die Internationale Raumfahrtstation ISS? von Friedrich W.
Zimmermann
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In den USA, dem Land der
unbegrenzten Möglichkeiten, löst der Start der russischen Sojus-Rakete
sicherlich einen Schock aus. Eine neuerliche Schlappe für die NASA, so die
öffentliche Meinung. Erinnerungen werden wach: an den Sputnik - der erste
Satellit am Himmel, Juri Gagarin - der erste Kosmonaut und nun Dennis Tito - der
erste Tourist im Weltall. Die Russen haben noch Visionen. Die Eliten in
Nordamerika haben zwar das Sponsoring und die Kommerzialisierung des Globus
erfunden, aber ihr Horizont endet in 10.000 Metern über der Erde. Die
Tourismusindustrie im Weltall haben nun die Russen erfunden -
heimtückischerweise mit einem Amerikaner als Reisenden. |

PHOTO:
Die Sojus-Rakete vor dem Start, dpa |
Der Mut fehlt
Den Verantwortlichen in der amerikanischen Politik, so scheint es, fehlt
wiedereinmal der Mut. Sie denken konservativ. - Nur so lassen sich die
unverblümten Versuche interpretieren, das Geschäft der Russen zu
verhindern. "Wir machen unsere Grenzen dicht!", nach dem US-Prinzip:
Einfuhrstopp, Exportverbot, Embargo, Sicherheitsstandards. Nur haben die
Verhinderer in den USA nicht erkannt, dass ihnen der Weltraum und die ISS
nicht gehört, dass die Station nicht US-territory ist.
Neid und Arroganz?
Ich will die verschiedenen Argumente und Meldungen der NASA in den
letzten Tagen nicht infrage stellen. Mit Problemen am Bordcomputer im
Weltraum treibt kein Astronaut oder Kosmonaut seine "Spielchen". Aber
ein
Unbehagen bleibt, wenn der unbefangene Beobachter die
Argumentationskette aus dem Raumfahrtzentrum in den USA verfolgt.
Anfängliche Verbote für Weltraumtouristik à la Russie bis hin zu Meldungen
über gefährliches Andocken, weil der Platz schon belegt ist, lassen doch
leichte Zweifel aufkommen, ob alles wirklich so stimmt. Die Meldungen aus
den USA haben einen Beigeschmack von Neid und Arroganz.
Es geht um die Vorherrschaft
Würde man die Internationale Raumfahrt wirklich ernsthaft betreiben,
zwischen gleichberechtigten Partnern, dann gäbe es solche Querelen nicht. Es
geht nicht mehr um Dennis Tito, den ersten Touristen im Weltraum, sondern
um die Vorherrschaft - im Weltraum. Die EU-Raumfahrer halten sich in
dieser Frage bedeckt. Die Russen haben nicht nachgegeben; sie vertrauen auf
ihr Weltraum-Konzept. Und wenn ihre gegenwärtige Mission erfolgreich
beendet wird, was wir natürlich alle hoffen, dann werden neben dem Sputnik
und Juri Gagarin auch der US-Bürger Dennis Tito in die Weltraumgeschichte
der Russen eingehen.
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