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Verstorbene
Persönlichkeiten 2000
Prominente,
Theater- und Schauspieler, Regisseur, Musiker/Sänger (Klassik/Rock/Pop/etc.),
Tierfilmer,
Sportler, Politiker, Schriftsteller, etc.
(Ob
Wohltäter oder Verbrecher, ob Vorbilder oder Kriminelle - alle haben sie
Geschichte geschrieben)
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- Carl Barks (zeichner), (USA) -
geb.27.03.1901 in der Nähe von Merrill im US-Staat Oregon
- gest. 25.08.2000 / Donald-Duck»-Zeichner / seinen
Tod teilte der Verlag Ehapa in Stuttgart mit. Den Angaben zufolge
starb Barks am Freitag an Krebs. Der Verlag trauere «um den besten
Geschichtenerzähler aller Zeiten, der dennoch - oder vielleicht gerade deshalb
- sein Leben lang so bescheiden geblieben ist», hiess es auf der
Internet-Homepage von Ehapa. Barks wurde am 27. März 1901 in der Nähe von
Merrill im US-Staat Oregon geboren. Neben «Donald Duck» war er den Angaben
zufolge auch der geistige Vater von «Dagobert Duck», «Daniel Düsentrieb»,
«Gustav Gans» und «Gundel Gaukeley». Zudem sei Barks Mitbegründer und
«Architekt» von Entenhausen gewesen.
- Lida Baarova (s), (CR) - geb.
07.09.1914 [Prag]
- gest. 27.10.2000 [Salzburg, Österreich) / tschechische Schauspielerin, die in
UfA-Filmen der 30er Jahre mitwirkte. Sie stand in der Gunst und Affäre mit
Nazi-Film-Chef Josef Goebbels. Als Frau war sie wunderschön und die Männer
wurden schwach. Später fiel B. in Ungnade und ab 1938 Auftrittsverbot. Sie
ging zurück nach Prag, wo ihre Filmkarriere mit 17 Jahren begann. Ihr Start
nach dem Krieg und in den 50er Jahren in Deutschland wurde ein
Flop.
- Giorgio Bassani (schr), (ITA), (84 Jahre)
- geb. 04.03.1916 [Bolognia] - gest. 13.04.2000 [Rom] / Der italienische
Schriftsteller Giorgio Bassani ist am Donnerstag im Alter von 84 Jahren
gestorben. Wie ein Krankenhaussprecher mitteilte, erlag Bassani in der
San-Camillo-Klinik in Rom einem Herzleiden. Er litt ausserdem an der
Parkinson-Krankenheit sowie an Alzheimer. Bassani erlangte Weltruhm mit seinem
Roman «Die Gärten der Finzi-Contini» (»Il giardino dei Finzi-Contini»),
dessen Verfilmung 1971 mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Bassani wurde 1916
in Bologna geboren und wuchs in der Kleinstadt Ferrara auf, um die sich
zahlreiche seiner Werke ranken. Er studierte Literaturwissenschaften und
arbeitete zunächst als Journalist. 1953 veröffentlichte er seine erste
Erzählung «La passeggiata prima de cena». Seine folgenden Werke werden heute
zu den wichtigsten der italienischen Nachkriegsliteratur gezählt. Sein grösster Erfolg war der 1962 veröffentlichte Roman «Die Gärten der
Finzi-Contini», der vom Untergang einer jüdischen Familie im faschistischen
Italien erzählt. Bassani wurde mit zahlreichen internationalen Literaturpreisen
ausgezeichnet.
- Martin Benrath (s/th), (D) - geb.
09.11.1926 - gest. 31.01.2000 / seine Welt war die Bühne, dort spielte er fast
alle grossen Rollen des Welttheaters
- Kurt Böwe (s/th), ("DDR", D)
- geb. 28.04.1929 - gest. 14.06.2000 [Lichtenberg, Berlin] / "DDR"-TV-Star,
DEFA-Darsteller der "DDR" / Film: Böwe hatte sich vor allem als Kommissar Groth in der
Ferseh-Krimiserie «Polizeiruf 110» einen Namen gemacht, die seit einigen
Jahren in Schwerin gedreht wird / war an
Prostata-Krebs erkrankt, hatte Herzprobleme und Asthma / letztes Stück am
Deutschen Theater Berlin "Der Besuch der alten Dame" im Februar 2000 /
Fontane-Fan / war seit 27 Jahren mit Heidemarie verheiratet / wohnte in
Lichtenberg, Berlin Neubauwohnung / hinterlässt vier Kinder / Spitzname
"Kutte" // Vor wenigen Wochen hatte er seine
Kommissarrolle aus gesundheitlichen Gründen an seinen Schauspielerkollegen
Jürgen Schmidt abgetreten. Böwe gehörte die letzten 27 Jahre dem Ensemble des
Deutschen Theaters in Berlin an
- Barbara Cartland (a), (USA)
- geb. 09.07.1901 - gest. 21.05.2000 / Autorin / schrieb 723 Liebes-Romane mit einer
Weltauflage von einer Milliarde Exemplare / Ihre Lieblingsfarbe war PINK - ob
bei ihrer Bekleidung oder Büchern
- Alex Comfort (schr/a/philosoph), (GB), (80 Jahre)
- geb. 19 - gest. 26.03.2000 [Oxfort] / wurde 1972 mit seinem
Liebesalmanach «Joy of Sex» weltberühmt / schrieb 50 Bücher /
er
starb in einem Alters- und Pflegeheim in
Oxfordshire. Über die Todesursache wurde nichts bekannt, doch hatte er in den
letzten Jahren mehrere Schlaganfälle erlitten. Der Atomwaffengegner
und Anarchist Comfort veröffentlichte in seinem Leben über 50 Bücher: Er
schrieb Romane, Gedichte, Literaturkritiken, wissenschaftliche Texte und Werke
über orientalische Philosophie. Kein Werk aber trug so zu seiner Popularität
beim breiten Publikum bei, wie der 1972 erschienene Liebesalmanach «The Joy of
Sex». Das Werk wurde in zwei Dutzend Sprachen übersetzt und mit über zwölf
Millionen verkauften Exemplaren ein Riesenerfolg.
Comfort zeigte sich
immer wieder irritiert und auch ein wenig enttäuscht darüber, dass seine
vielen literarischen und philosophischen Werke auf weniger Interesse stiessen
als sein Sexbuch. Auch fand er es nicht unbedingt angebracht, als Pionier der
Promiskuität apostrophiert zu werden. Dennoch war er ein wenig stolz auf seinen
Erfolg und räumte ein, dass er mit dem Buch eine gewisse Vorreiterrolle
gespielt habe. «Vor der Veröffentlichung meines Buches», so sagte er einmal,
«vermittelten alle Texte über Sex den Eindruck, dass sie von nicht spielenden
Trainern verfasst worden waren». Er liess dem Erfolgswerk noch zwei
Fortsetzungen, «More Joy of Sex» (1974) und «The New Joy of Sex» (1991)
folgen.
Comfort, einer der
Väter der Friedens- und Abrüstungsbewegung, ging 1970 in die USA, wo er von
1974 bis 1983 am psychiatrischen Institut der Stanford-Universität lehrte. Von
1980 bis 1991 lehrte er Neuropsychiatrie an der Universität von Kalifornien.
Comfort war zwei Mal verheiratet. Seine zweite Frau starb 1991. Er hinterlässt
einen Sohn aus erster Ehe.
- Bettino Craxi (polit), (ITA) -
geb. 24.02.1934 [Mailand, ITA] - gest. 19.01.2000 [Hammamet, Tunesien] an
Herzanfall / italienischer Politiker / 1983 erster sozialistischer
Regierungschef / Rücktritt am 03.03.1987 mit 42 Monaten längste Amtszeit eines
Ministerpräsidenten (1983-87) nach dem Krieg in Italien / Schmiergeldaffäre -
zu 20 Jahren verurteilt, floh 1994 nach Tunesien
- Willy Adalbert Friedrich Droemer (unternehmer/verleger), (D)
- geb. 18.07.1911 [Berlin] - gest. 03.04.2000 [München] / Der Verleger Willy
Droemer ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Wie der Droemer-Weltbild-Verlag
am Freitag mitteilte, starb er bereits am Montag in München. Sein Verlag
zählte mit den Knaur-Lexika sowie mit Bestsellern von Autoren wie Johannes
Mario Simmel, Erich Kästner, Curd Jürgens und Lilli Palmer zu den weltweit
erfolgreichsten Häusern. Droemer hatte in Hamburg Buchhändler gelernt und 1939
den väterlichen Buchverlag in Berlin übernommen. Nach dem Krieg zog der Verlag
nach München um und wuchs mit neuen Marketingideen zu einem der grössten
europäischen Häuser. 1980 verkaufte Droemer den Verlag an die
Holtzbrinck-Gruppe.
- Kurt Drummer (a/fernsehkoch), (D "DDR")
- geb. 20.03.1928 [Gornsdorf, Erzgeb.] - gest. 08.06.2000 [Chemnitz, Sachsen, DT] /
1958-1983 ehm. DFF-Fernsehkoch
der "DDR" ("Der Fernsehkoch empfielt") / 1961-1989
SED-Mitglied / Chefkoch in div. Interhotels, lernte von der Picke auf alles
was in der Ernährungsmittelindustrie und der Zubereitung von Gerichten
gehört
- Johannes Dyba (kirche/erzbischof), (D)
-
- geb. 15.09.1929
[Berlin] - gest. 23.07.2000 [Fulda, DT] /
Fuldaer
Erzbischof / Weihbischof Ludwig Schick sagte am
Sonntag, am frühen Morgen sei ein Notarzt alarmiert worden. Alle
Rettungsversuche seien jedoch vergeblich gewesen. Dyba habe seit einiger Zeit
Probleme mit seinem Herzen und den Bronchien gehabt.
Dyba wurde 70 Jahre
alt. Er war in der Katholischen Kirche ein führender Vertreter eines sehr
konservativen Kurses. Zuletzt hatte er das Vorhaben der Berliner Regierung,
Homo-Beziehungen Ehen weitgehend gleichzustellen, scharf kritisiert.
Der am 15. September
1929 in Berlin geborene Dyba, der als Kind noch Boxer, Missionar oder Pilot
werden wollte, studierte zunächst Rechtswissenschaften in Bamberg und an der
Duke-University in Durham (USA), bevor er sich für die geistliche Berufung
entschied. Der Priesterweihe 1959 in Köln durch Kardinal Frings folgten eine
kurze Kaplanszeit in Köln und Wuppertal, Studien in Rom, zweite Promotion und
Diplomaten-Tätigkeit für den Vatikan in Buenos Aires, Den Haag, Kinshasa und
Kairo.
Nach der
Bischofsweihe im Oktober 1979 in Köln und der Ernennung zum Erzbischof wirkte
Dyba als Apostolischer Pronuntius in vier westafrikanischen Staaten, bevor er im
September 1983 neuer Diözesanbischof des Erzbistums Fulda wurde. - Constanze
Engelbrecht (s/synchr), (D), (45 Jahre)
-
- geb. 06.01.1955
[München] - gest. 21.07.2000 [München, DT] /
München (AP)
Die in München geborene Tochter einer Schauspielerin und eines Bildhauers war
seit dem sechsten Lebensjahr beim Fernsehen, am Theater und in der
Synchronisation tätig. Unter anderem lieh sie Jeff in der beliebten TV-Serie «Lassie»
ihre Stimme. Im Kino war die Schauspielerin unter anderem 1983 in «Is' was
Kanzler?!?» und 1984 in Christian Rischerts «Wenn ich mich fürchte» zu
sehen. In dem 1990 erstmals
ausgestrahlten Fernsehfilm «Der Eindringling» (Regie: Sigi Rothemund) mimt
Engelbrecht eine durch Unfall erblindete Zahntechnikerin, die eine besondere
Liebesbeziehung mit einem charmanten, aber glücklosen jungen Mann erlebt.
Engelbrecht lebte mit
ihrem Ehemann, dem Autor, Regisseur und Schauspieler François Nocher und der
1984 geborenen gemeinsamen Tochter Julie zuletzt in Paris. Mit ihrer Tochter
stand sie in Franz-Peter Wirths TV-Film «Adieu, mon ami» vor der Kamera.
Die 45-Jährige erlag
in der Nacht zum Freitag in der Frauenklinik des Roten Kreuzes in München einem
Gehirntumor, wie ein der Familie nahe stehende Fotograf der Deutschen
Presse-Agentur (dpa) mitteilte. Bereits 1998 erkrankte die gebürtige
Münchnerin an Brustkrebs. Später griff die Krankheit auf die Leber über.
Constanze Engelbrecht wurde im Fernsehen unter anderem bekannt durch die
ZDF-Serie „Diese Drombuschs“. Sie hinterlässt ihren Mann, den Schauspieler,
Regisseur und Autor Francois Nocher, und die gemeinsame Tochter Julie (15). - Josef Ertl (polit), (D)
- geb. 07.03.1925 [] - gest. 16.11.2000 / 1969-1983 FDP-Landwirtschaftsminister
- Douglas Fairbanks jr. (s/prod/a/unter), (USA)
- geb. 09.12.1909 [New York, USA] - gest. 07.05.2000 / amer. Schauspieler /
Sohn des
Stummfilmschauspielers Douglas Fairbanks war in 75 Filmen zu sehen, unter
anderem in « Der kleine Caesar», «Katharina die Große», «Der Gefangene von
Zenda» und «Sindbad, der Seefahrer». Als Douglas neun Jahre alt war, liess
sich sein Vater scheiden und heiratete «Amerikas Liebling», die Schauspielerin
Mary Pickford. Ihr Palast «Pickfair» war in den 20er Jahren das
gesellschaftliche Zentrum Hollywoods. «Ich habe nie versucht, meinem Vater
nachzueifern», sagte Fairbanks Jr. einmal. Doch der Name seines Vaters habe ihm
viele Türen geöffnet.
Neben seiner
Filmkarriere war Douglas Fairbanks als Diplomat tätig. 1941 wurde er zum
Sondergesandten für Brasilien, Argentinien, Chile, Peru, Uruguay und Panama.
Für die Förderung der anglo-amerikanischen Freundschaft wurde er vom
britischen König Georg VI. zum Ritter geschlagen. 1991 heiratete Fairbanks, der
auch eine Affäre mit Marlene Dietrich gehabt haben soll, zum dritten Mal. «Ich
habe ein enorm glückliches Leben geführt», resümierte der Schauspieler 1989,
«ich habe getan, was ich tun wollte...»
- Richard Farnsworth (s), (USA)
- geb. 19 - gest. 06.10.2000 / Film:
Hauptrolle in
"The Straight Story" (2000, Oscar-Nominierung) / nach Polizeiangaben erlag er am Freitag an
seinem Wohnort in Lincoln im US-Staat New Mexico Schussverletzungen, die er sich
selbst beigebracht hatte. Seine Lebensgefährtin Jewely Van Valin erklärte,
Farnsworth habe seit Jahren an Krebs und starken Schmerzen gelitten. Farnsworth
arbeitete 30 Jahre lang als Stuntman und wurde erst mit 57 Jahren Schauspieler.
Der Film "The Straight Story" von Regisseur David Lynch erzählt von
einem alten Mann, der 500 Kilometer auf einem Rasenmäher zurücklegt, um seinen
kranken Bruder zu besuchen, mit dem er seit zehn Jahren kein Wort mehr
gewechselt hat. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Farnsworth
war mit 79 Jahren der älteste Schauspieler, der jemals für einen Oscar als
bester Hauptdarsteller nominiert wurde.
- Josef Felder (polit/jounal), (D)
- geb. 1900 - gest. 28.10.2000 [München, DT] / letzte sozialdemokratische
Reichstagsabgeordnete / Der
letzte sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Josef Felder ist tot. Nach
Angaben der bayerischen SPD vom Sonntag starb der Widerstandskämpfer gegen die
Nazis am Samstagabend im Alter von 100 Jahren in seiner Münchner Wohnung. Erst
vor zwei Monaten war Felder, der im Reichstag gegen das Ermächtigungsgesetz der
Nationalsozialisten gestimmt hatte, zu seinem 100. Geburtstag unter anderem von
Bundspräsident Johannes Rau, Bundeskanzler Gerhard Schröder und
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse geehrt worden. Schröder nannte ihn in
seinem Glückwunschschreiben einen «Kämpfer für Demokratie und Freiheit».
Als junger Mann war
Felder 1932 in den Reichstag gewählt worden, dem er bis zu dessen Auflösung
durch die Nazis angehörte. Er war einer jener 94 SPD-Abgeordneten, die in der
historischen Reichstagssitzung vom 23. März 1933 gegen Adolf Hitlers
Ermächtigungsgesetz stimmten. Später wurde Felder in der NS-Diktatur verfolgt
und musste mehrfach sein Versteck wechseln. Vorübergehend wurde er auch im KZ
Dachau inhaftiert (2 Jahre). Nach dem Zweiten Weltkrieg war er als Journalist tätig und
auch mehrere Jahre lang Chefredakteur der SPD-Parteizeitung «Vorwärts».
Bis kurz vor seinem
Tode hatte Felder immer wieder engagierte Reden gehalten und zu Zivilcourage
aufgehalten. Am 6. oder 7. November 2000 soll eine Trauerfeier für Felder in
München stattfinden. Nach Informationen der bayerischen SPD plant auch die
Bundesregierung einen Staatakt zu Ehren des Verstorbenen.
- Angelika Feldmann (tv-ansagerin/s), (D), (84 Jahre)
- geb. - gest. 05.04.2000 / Angelika Feldmann, neben Irene Koss die
erste Ansagerin der deutschen Fernsehgeschichte, ist im Alter von 84 Jahren in
Hamburg gestorben. Das teilte der NDR am Mittwoch in der Hansestadt mit.
Angelika Feldmann führte von 1956 bis 1959 für den Nordwestdeutschen Rundfunk
(NWDR) durch das TV-Programm, das damals versuchsweise dreimal wöchentlich für
einige Stunden ausgestrahlt wurde. Nach ihrer Tätigkeit als Ansagerin kehrte
die ausgebildete Schauspielerin zur Bühne zurück. Im Fernsehen war sie später
unter anderem in Serien wie «Unsere Hagenbecks» oder «Großstadtrevier» zu
sehen. Daneben arbeitete sie als freie Autorin. 1982 wurde Angelika Feldmann von
der Fernsehzeitschrift «Hörzu» mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet.
- Lolo Ferrari (erotic), (FRA) -
geb. 14.03.1962 - gest. 05.03.2000 starb durch Pillen / französisches
Silikon-Busenwunder
- Gisela Freund (fotografin), (D)
- geb. 19.12.1908 - gest. 31.03.2000 / machte Porträts von Sartre und anderen
Existenzialisten
- Fred Frohberg (m), (D "DDR"), (74 Jahre)
- geb. 19 - gest. 01.06.2000 [Leipzig, DT.] starb nach einer
Hirntumoroperation / Schlagersänger / Ehefrau Almut, Sohn Frank / 13.06.2000
beerdigt in Lindenau (Leipzig, Sachsen)
- Adolf 'Addi' Furler (sport-journ), (D)
-
- geb. 21.03.1933
[Berlin] - gest. 30.08.2000 [Köln] / Sportreporter und Pferderennexperte /
Mit-Begründer der ARD-"Sportschau" und Moderator 1961-1995
Der ARD-Sportjournalist Adi Furler ist
im Alter von 67 Jahren gestorben. Wie seine Lebensgefährtin am Mittwoch
bestätigte, starb Furler nach einer Bandscheibenoperation. Der gebürtige
Berliner war einer der populärsten deutschen Fernsehjournalisten. Bei der
ARD-Sportschau zählte der Pferde-Experte zu den Männern der ersten Stunde.
1995 moderierte Furler seine letzte
Sportschau – die 5000. Ausgabe. Er begann seine Karriere als 17-jähriger
Reporter für die Fussball-Woche. Danach war er Chefreporter der Deutschen
Welle, moderierte den Kirchenfunk und erfand den Galopper des Jahres. Furler erkrankte Anfang der 70-er-Jahre
an einem Nierenleiden. Er lebte in Bonn, von seiner Ehefrau Hildegard war er
geschieden.
- Vittorio Gassmann, (s/th), (ITA)
- geb. 01.09.1922 [Genua] - gest. 29.06.2000 [Rom]
/
italienische Bühnen- und Filmschauspieler
/ Wie seine Sprecherin Franca Rodolfi mitteilte, erlag Gassman in seinem Haus in Rom einem Herzinfarkt. Der
Schauspieler hatte 1974 mit seiner Hauptrolle in «Der Duft der Frauen» (»Profumo
di donna») Weltruhm erlangt. Er wurde in seiner Heimat vier Mal als bester
Theater-, und ebenso oft als bester Filmschauspieler ausgezeichnet.
Seine Bühnenpremiere feierte der
gebürtige Genuese 1943 in Mailand. Seine Zuneigung galt zunächst vor allem
klassischen Stücken, in denen er sowohl tragische als auch komische Rollen
übernahm. Dem internationalen Publikum wurde Gassman 1949 mit seinem ersten
Filmauftritt in «Bitterer Reis» (»Riso amaro») bekannt. Zuletzt trat er 1997
neben Robert De Niro, Dustin Hoffman und Brad Pitt in dem US-Film «Sleepers»
auf. Der 1,90 Meter grosse Gassman galt als einer der bestaussehenden
Schauspieler Italiens.
In den 70er Jahren gründete er ein mobiles
Zelttheater; 1980 folgte eine eigene Theaterschule für den Nachwuchs, «La
Bottega Theatrale». Später engagierte sich Gassman auch erfolgreich als
Regisseur (»Irma la Douce»). Trotz seiner Filmerfolge kehrte er immer wieder
auf die Bühne zurück. 1982 veröffentlichte er unter dem Titel «Eine grosse
Zukunft hinter sich» (»Un grande avvenire dietro alle spalle») seine
Memoiren. Gassman hinterlässt seine dritte Ehefrau, Diletta D'Andrea, und vier
Kinder.- John
Gielgud (Sir
seit 1953) (s), (USA)
- geb. 14.04.1904 [London] - gest. 21.05.2000 [Aylesbury bei London] /
Im Alter von 96 Jahren ist der britische Schauspieler John Gielgud gestorben.
Dies teilte seine Familie am Montag in London mit. Gielgud galt als einer der
ganz Grossen des britischen Theaters; bereits vor 70 Jahren feierte er Erfolge
als Shakespeare-Darsteller. Er wurde in einem Atemzug genannt mit berühmten
Kollegen wie Laurence Olivier, Michael Redgrave und Ralph Richardson. In den
70er Jahren widmete er sich verstärkt dem Film, wo er vor allem in Nebenrollen
brillierte. Für seine Rolle in der Komödie «Arthur - kein Kind von
Traurigkeit» erhielt er 1981 einen Oscar.-
Albrecht Goes (schr./lyri), (D), (91 Jahre)
- geb. 22.03.1908 [Langenbeutingen, DT] - gest. 23.02.2000 [Stuttgart-Rohr] /
Schriftsteller und Lyriker / Nach Angaben des S. Fischer Verlags starb er am
Mittwochmorgen im Alter von 91 Jahren in seinem Haus ins Stuttgart-Rohr. In der
schwäbischen Stadt hatte der ehemalige Pfarrer mehr als vierzig Jahre lang
gelebt. Die Werke des vielfach ausgezeichneten Autors basieren auf einer
christlich-humanistischen Gesinnung, zu den bekanntesten zählen die
Erzählungen "Das Löffelchen", "Das Brandopfer" und
"Unruhige Nacht".
Zu seinem 90.
Geburtstag im vergangenen Jahr hatte Goes eine Auswahl aus seiner Lyrik
getroffen, die unter dem Titel "Leicht und schwer. Siebzig Jahre im
Gedicht" im S. Fischer Verlag erschien. Nach seiner theologischen
Ausbildung in Urach und im Tübinger Stift wurde Goes 1933 Pfarrer, ab 1942 dann
Soldatenpfarrer. Seit 1953 war er vom Dienst beurlaubt und nur noch Prediger.
Erst vor wenigen Wochen hatte Goes den Ehrenpreis der württembergischen
Landeskirche und der ökumenischen Stiftung «Bildung und Kultur» für sein
Lebenswerk erhalten.-
Polita Grau (first lady), (Kuba)
- geb. - gest. März 2000 / Präsidentengattin /
Die ehemalige kubanische First Lady Polita Grau ist im Alter von 84 Jahren in
Miami gestorben. Ihre Tochter Hilda Aguero erklärte, Grau sei am Mittwoch einer
Herzkrankheit erlegen. Graus Onkel Ramon war von 1933 bis 1934 und von 1944 bis
1948 Präsident Kubas. Er ernannte seine Nichte während seiner ersten Amtszeit
zur First Lady des Landes. Grau gründete später die antikommunistische
Bewegung Peter Pan, an der sich auch die katholische Kirche beteiligte, und
forderte kubanische Eltern auf, ihre Kinder zu Verwandten in die USA zu
schicken. Die Bewegung verhalf in den 60er Jahren 14.000 Kindern zur Ausreise in
die USA. Grau verbüsste eine Haftstrafe von 14 Jahren, weil sie zusammen mit
dem amerikanischen Geheimdienst CIA den kubanischen Präsidenten Fidel Castro
stürzen wollte. Sie wurde 1978 aus der Haft entlassen.-
Max
Grießer,
(s/th), (ÖS/D)
-
- geb. 18.11.1928
[Österreich] - gest. 11.08.2000 [ ] hat sich erhangen / Der am Freitag
gestorbene bayerische Volksschauspieler Max Grießer hat sich erhängt. Ein
Sprecher der Frankfurter Staatsanwaltschaft bestätigte am Mittwoch
entsprechende Presseberichte. Der 71-Jährige sei während des Polterabends
eines Verwandten in Eppstein im Taunus in den Keller des Anwesens gegangen und
habe sich an seinem Gürtel erhängt. Der Bayerische
Rundfunk hatte am Dienstag (15.08.2000) den Tod des 71-Jährigen gemeldet. Der
in Österreich geborene Grießer war an der Seite von Walter Sedlmayer unter
anderem als Moosgruber in der Serie „Polizeiinspektion 1“ zu sehen. Als „Bruder
Barnabas“ las er bis 1996 Politikern beim traditionellen Starkbieranstich auf
dem Münchner Nockherberg lustvoll die Leviten.
-
Otto
Grünmandl, (s/kabarett), (ÖS)
- geb. 19 - gest. ?? März 2000 / Der Tiroler Kabarettist und Schauspieler
ist mit 75 Jahren gestorben, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am
Samstag meldete. Der Grossmeister der Kleinkunst trat zusammen mit seinem
bayerischen Kollegen Gerhard Polt und der «Biermösl Blos'n» auf. Er
orientierte sich in seiner Nonsenskomik am legendären Karl Valentin. Für
seinen szenischen Monolog in «Ich heisse nicht Oblomow» von Iwan A.
Gontscharow erhielt Grünmandl den deutschen Kleinkunstpreis. Zum Kabarett und
zum Schauspiel kam er erst 1981. Seither tourte er mit seinen Programmen durch
Österreich, die Schweiz und Deutschland. Zuvor war er Leiter der Sparte
Unterhaltung im ORF-Landesstudio Tirol.
- Sir (seit 1959)
Alec Guinness
(s), (GB)
- geb. 02.04.1914
[London] - gest. 05.08.2000 [Sout-Sussex, England] / 1934 Bühnendebüt /
Der britische Schauspieler Sir Alec Guinness ist im Alter von 86 Jahren
gestorben. Wie ein Sprecher des King-Edward-VII-Krankenhauses im südenglischen
Midhurst am Montag mitteilte, verstarb der in zahlreichen Film- und
Bühnenrollen berühmt gewordene Mime bereits am späten Samstagabend. Die
Todesursache war zunächst nicht bekannt. Guinness hatte internationalen Ruhm
erlangt mit so unterschiedlichen Filmen wie «Die Brücke am Kwai» oder «Krieg
der Sterne», «Doktor Schiwago» oder «Adel verpflichtet» sowie mit den
Verfilmungen der Dickens-Romane «Oliver Twist» und «Grosse Erwartungen». Den
Briten war der am 2. April 1914 geborene Guinness unter anderem auch als
Hauptdarsteller in dem Bühnenstück «Die Cocktail-Party» von T.S Eliot
vertraut. Der Schauspieler, der
in Filmen wie „Adel verpflichtet“ und „Krieg der Sterne“ zu sehen war,
ist tot. Guinness starb am Samstagabend im Alter von 86 Jahren in einem
Krankenhaus in Midhurst, wie seine Sprecherin am Montag mitteilte. Nach
Medienangaben hatte er seit Jahren an Krebs gelitten. Guinness galt als
einer der grössten britischen Schauspieler. Für seine Rolle in dem Film „Die
Brücke am Kwai“ erhielt er 1957 einen Oscar. 1980 wurde er mit einem
Ehrenoscar für sein Gesamtwerk ausgezeichnet. Zu seinen Filmen gehörten „Lawrence
von Arabien“, „Reise nach Indien“ und „Ladykillers“. 1959 wurde
Guiness geadelt. Die Rolle als Obiwan
Kenobi in „Krieg der Sterne“ hatte er nach eigenen Worten nur des Geldes
wegen angenommen.
Britisches Verwandlungsgenie von
Weltrang
Seine Erfolge und Vielseitigkeit liessen Alec Guinness zur Schauspieler-Legende
werden, die einem Publikum von Weltkriegsveteranen bis jungen Fans des
Science-Fiction-Spektakels «Krieg der Sterne» bekannt war. Privat war der
Brite bescheiden und zurückhaltend geblieben, der am Samstagabend im Alter von
86 Jahren verstarb.
In seinem langen Schauspielerleben hat er
so unterschiedliche Rollen wie kaum ein anderer verkörpert: Könige,
Geistliche, Soldaten, Gelehrte, Agenten, schrullige Typen und sogar Adolf
Hitler. Der gebürtige Londoner ist in den Adelstand erhoben, mit Oscars und
Ehrendoktorhüten ausgezeichnet und zuletzt 1996 in Berlin mit dem Europäischen
Filmpreis Felix für sein imposantes Lebenswerk geehrt worden.
Was bei Guinness aber stets mehr zählte,
ist die Popularität eines Menschen, der für Millionen der Inbegriff des
liebenswerten, etwas schüchtern-linkischen Engländers war und bleiben wird.
Dass er ein wahrer Meister der Verwandlungskunst war, der unzählige Masken
aufziehen konnte, hat der gelernte Bühnenschauspieler am eindrucksvollsten und
amüsantesten in dem Kinoklassiker «Adel verpflichtet» (1949) unter Beweis
gestellt: Guinness spielte darin gleich acht Rollen, nämlich die acht
Mitglieder einer uralten, skurrilen englischen Adelsfamilie, die allesamt
umgebracht werden, um den Weg frei zu machen für einen titelsüchtigen
Seitensprössling des dekadenten Geschlechts.
Guinness brillierte in weiteren
rabenschwarzen Komödien wie «Ladykillers» (1955) wie auch in den monumentalen
Kinoepen «Lawrence von Arabien» (1962) und «Dr. Schiwago» (1966). Den grössten Erfolg feierte er zweifellos 1957 in der Rolle des starrsinnigen
britischen Obersten Nicholson in David Leans Kriegsfilm «Die Brücke am Kwai»,
der ihm einen Oscar einbrachte und weltberühmt machte.
Seine Autobiografie «Das Glück hinter der
Maske» zeichnet das Bild eines nachdenklichen, belesenen Mannes, dessen Leben
sich fern von den in der Filmbranche üblichen Skandalen und Extravaganzen des
Starlebens abspielte. In den 50er Jahren trat Guinness von der anglikanischen
zur katholischen Kirche über. Anlass zu diesem Schritt war die schwere
Erkrankung seines einzigen Sohnes Matthew.
Immer dem Theater verbunden geblieben
Guinness blieb in all den Jahren seiner
Leinwandkarriere dem Theater treu. Mit dem selbstverfassten Stück «West End»
hat er sich auch als Dramatiker versucht, doch mit unvergleichlich weniger
Erfolg. Eine glückliche Hand hatte er mit seiner Beteiligung an der «Krieg der
Sterne»-Trilogie von George Lucas, die ihn zum schwerreichen Mann machte. Darin
spielte er den weisen Obi-Wan Kenobi. Später bezeichnete er die Rollen als
«schrecklichen Blödsinn.»
Im Alltagsleben verzichtete Guinness
bewusst auf den Status eines Superstars. Er wisse gar nicht, wie das ist, und
sei einfach glücklich, ein Schauspieler zu sein. «Man kann nur seine eigene
Persönlichkeit sein», sagte er. Anders hätte er sich nur lächerlich gemacht.
Vor 15 Jahren sagte er in einem Interview mit der Zeitung «Guardian», er
hoffe, am Ende seines Lebens alles in Ordnung gebracht zu haben. «Und ich kann
mich in die Ewigkeit gleiten sehen, oder ins Nichts, oder was immer, mit allen
Arten loser Enden aus meiner Tasche heraushängen. Warum habe ich dies oder das
nicht getan, warum nicht mit jemanden versöhnt? Oder dafür gesorgt, das
jemand, den ich mag, in jeder Hinsicht abgesichert ist?»
-
Begum Om
Habibeh
[auch Begum Aga Khan] (first lady), (ÄGY), (94 Jahre)-
geb. 25.02.1906 [Sete, Süd-Frankreich] - gest. 01.07.2000 [Le Cannet,
Süd-Frankreich] / vierte Frau von Sultan Aga Khan III.
mit dem sie seit 1944 bis 1957 verh. war / keine Kinder / in DT bekannt als
"Die Begum"
/
Die Witwe von Aga Khan III., Begum Om Habibeh, ist am Dienstag, 04.07., in
Assuan in einem Mausoleum an der Seite ihres 1957 verstorbenen Mannes beigesetzt
worden. Sie war am Samstag in der südfranzösischen Stadt Le Cannet im Alter
von 94 Jahren gestorben. Begum wurde 1906 als Yvette Blanche Labroussse geboren
und trat zum Islam über, bevor sie 1944 den Aga Khan heiratete. Sie war seine
vierte und letzte Frau. Der derzeitige vierte Aga Khan, Karim al Hussaini Schah,
ist der Enkel von Aga Khan III. Aga Khan ist der Titel des Oberhaupts der
islamischen Gemeinschaft der Ismailiten, zu der weltweit zwölf bis 15 Millionen
Anhänger zählen.-
Willy Harlander (s), (D)- geb.
30.04.1931 [Regensburg, DT] - gest. 20.04.2000 02:45 Uhr Herzinfarkt / bayr. Schauspieler
/ Hund: Tessi / erster Infarkt Sommer 1996
Nach Angaben einer Sprecherin
des Münchner Residenztheaters brach Harlander beim Spazierengehen plötzlich
zusammen. Der gebürtige Regensburger war neben zahlreichen Theater- und
Filmrollen vor allem als Kriminalassistent Brettschneider in der Fernsehserie
«Tatort» bekannt geworden.
Harlander absolvierte zunächst eine Lehre als Orgelbauer, bevor er in
München Schauspiel- und Gesangsunterricht nahm. Seither spielte er an Münchner
Theatern unter anderem im Stück «Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben».
Daneben trat er in Fernsehserien wie den «Weissblauen Geschichten» und
«Forsthaus Falkenau» auf. In Filmen des Regisseurs Helmut Dietl wie «Schtonk»
und der Serie «Kir Royal» war Harlander ebenfalls zu sehen. Auch an den
Osterfeiertagen hätte Harlander spielen sollen: Am Sonntag und Montag stand der
«Brandner Kaspar» auf dem Programm des Residenztheaters. Nach Angaben der
Sprecherin wurde die Sonntags-Vorstellung ersatzlos gestrichen, am Montag wird
«Endstation Sehnsucht» gegeben.
Der Bayerische
Rundfunk bezeichnete Harlander als «den gemütlichen Bayer schlechthin». «Mit
Willy Harlander verlieren Fernsehen und Theater einen grossen bayerischen
Schauspieler», erklärte BR-Fernsehdirektor Gerhard Fuchs. «Harlander prägte
das Profil des Bayerischen Rundfunks in seinen vielfältigen TV-Rollen, vom
Tatort-Assistenten bis zum Darsteller im Komödienstadel. Wir werden Willy
Harlander nicht vergessen.»
Der bayerische
Kunstminister Zehetmair sagte über den «unverwechselbaren
Charakterdarsteller»: «Willy Harlander steht für einen Mann, der das Ohr am
Puls der Menschen hatte, unter denen er lebte. Die leisen, die 'staden' Töne
waren es, die Willy Harlander besonders gut traf. Er verkörperte den ruhigen,
den bedächtigen Bayern und setzte damit einen Kontrapunkt zu einem leider
vielerorts vorherrschenden klischeehaften Bayernbild.» Bei aller persönlicher
Bescheidenheit habe Harlander anspruchsvolle Rollen geschätzt. «Seine
Darstellung des himmlischen Pförtners im 'Brandner Kaspar' bleibt unvergessen.
Bayern wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren», betonte der CSU-Politiker. -
Ofra
Haza (m), (ISRAEL) -
geb. 19.11.1958 [Tel Aviv] - gest. 23.02.2000 [Tel Aviv] starb an AIDS /
israelische Pop-Sängerin Ende der 80er / Hits: u.a. "Im Nin' Alu (1988)
und "Galbi" (1988) / Nach
einem knapp zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt starb sie am Mittwoch an einem
mehrfachen Organversagen, wie Seev Rortenstein vom Tel-Haschomer-Krankenhaus in
Tel Aviv sagte. Nähere Einzelheiten über ihre Erkrankung wurden auf Wunsch der
Verstorbenen nicht bekannt gegeben. Haza galt als erster erfolgreicher
israelischer Musikexport im Bereich der Popmusik und als Wegbereiterin der
Worldmusic. Bekannt wurde sie durch eine eigentümliche Verbindung
jemenitisch-religiöser Texte und moderner Technoklänge der 80er Jahre.
«Sie war das erste
weibliche Popidol Israels», sagte der leitende Musikredakteur des israelischen
Rundfunks. Haza wuchs zusammen mit sieben Geschwistern in einem armen
Vorstadtviertel im Süden Tel Avivs auf. Mit zwölf Jahren wurde sie entdeckt,
und mit 19 begann ihre Karriere als Popsängerin. 1985 wurde sie mit der
Veröffentlichung der «Yemenite Songs» und ihrem folgenden Album «Schaday»
weltweit bekannt. Ihren grössten Hit feierte sie mit dem Lied «Im Nin'alu»
(Wenn die Tore des Himmels verschlossen wären), das auch in Deutschland Platz
eins der Hitparaden belegte. Das Lied erschien zunächst auf hebräisch und
später auch auf englisch.
1987 überlebte sie
einen Absturz mit einem Kleinflugzeug. In den 90er Jahren wurde es ruhiger um
die Sängerin, sie trat aber weiterhin auf, unter anderem mit Kollegen wie Paula
Abdul und den Sisters of Mercy. Bei der Verleihung des Nobelpreises an
Ministerpräsident Jizchak Rabin, Aussenminister Schimon Peres und den
palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat 1994 sang sie in Oslo. Vor zwei
Jahren heiratete sie den Geschäftsmann Doron Aschkenasi. Sie versuchte stets,
ihr Privatleben dem Blick der Öffentlichkeit zu entziehen. Während ihrer
Erkrankung harrten zahlreiche Fans vor dem Krankenhaus aus. Nach ihrem Tod
widmeten ihr viele Rundfunkstationen ganze Sendungen.
Der israelische
Ministerpräsident Ehud Barak sagte zum Tod der Sängerin, Haza stehe
stellvertretend für die israelische Erfolgsgeschichte. «Ofra kam aus einem
Armenviertel und erreichte die Spitze der israelischen Kultur.»
- Christiane Herzog, (a/stifungsarbeit), (D)
- geb. 26.10.1936 - gest. 19.06.2000 starb an Leber- und Darmkrebs / Ehefrau von
Ex-Bundespräsidenten Roman Herzog / Roman und Christiane Herzog waren
seit 41 Jahren miteinander verheiratet / 1997 erfuhr sie die Krebsdiagnose /
Ihre Mutter Friedl Krauß (90=2000)
/ Christiane Herzog erlag am Montagmorgen, in München im Alter von 63 Jahren
einem Krebsleiden. Nur wenige Tage vorher war ihre schwere Krankheit offiziell
bestätigt worden. Sie und Roman Herzog waren 41 Jahre miteinander verheiratet
und hatten zwei Söhne. In der Öffentlichkeit war Frau Herzog vor allem mit
ihrem Engagement für Mukoviszidose-Kranke in Erscheinung getreten.
Christiane Herzog, die verstorbene Frau von
Altbundespräsident Roman Herzog, wird am kommenden Freitag, 21.06., im
Familienkreis beigesetzt. Am Vormittag findet ein Trauergottesdienst in der
Friedenskirche in Dachau statt, wie das Büro Roman Herzogs am Dienstag, 18.06.,
mitteilte. An Stelle von Kränzen und Blumen würden Spenden zu Gunsten
Mukoviszidose-Kranker an die Christiane-Herzog-Stiftung erbeten. Frau Herzog war
am Montag an Krebs gestorben.
Unterdessen wurde im Berliner Schloss
Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten, ein Kondolenzbuch ausgelegt. Zu
den ersten, die sich am Dienstagnachmittag eintrugen, gehörte der polnische
Botschafter Andrzej Byrt. Bei glühender Hitze nahmen zunächst nur wenige
Bürger den Weg ins Schloss auf sich. Die bayerische Staatsregierung wird ab
(dem morgigen) Mittwoch ein Kondolenzbuch im Prinz-Carl-Palais auslegen. Dort
können sich Bürger bis Freitag jeweils von 9.00 bis 18.00 Uhr eintragen.
- Friedensreich
Hundertwasser (maler/künst), (ÖS)
- geb. 15.12.1928 [Wien / Österreich] - gest. 19.02.2000 /
Der österreichische
Maler und Baukünstler Friedensreich Hundertwasser, erklärter Feind der geraden
Linie, ist während einer Kreuzfahrt an Bord der «Queen Elizabeth 2»
gestorben. Wie sein Freund und Manager Joram Harel am Montag der
Nachrichtenagentur AP mitteilte, erlag er am Samstag einem Herzinfarkt.
Hundertwasser, der eigentlich Friedrich Stowasser hiess, wurde 71 Jahre alt. Er
war nach Angaben Harels in Auckland an Bord gegangen. Das Schiff ist auf einer
Milleniums-Fahrt um die Welt.
Hundertwasser war ein
Vorkämpfer für die Ökologiebewegung und erregte mit seinen Bauprojekten
weltweit Aufsehen, deren Kennzeichen Dachgärten, Zwiebeltürme, buckelige
Böden und windschiefe Fenster waren. Schon in den 50er Jahren brachte er
Architekten mit seinem Verschimmelungsmanifest gegen sich auf, als er gegen die
glatten Beton- und Glasbauten wetterte und das Baurecht für jeden einforderte.
Bei der Verleihung des österreichischen Staatspreises 1981 trat er der seiner
Ansicht nach «entarteten zeitgenössischen Kunst und deren Mafia» entgegen und
hielt dem Establishment vor, es sei die Aufgabe der Künstler, die Welt zu
verbessern und zu verschönern.
Der Künstler, dessen
Markenzeichen die Spirale war, gewann mit seinen umstrittenen Bauten
internationale Popularität. Das Hundertwasserhaus in Wien, 1986 fertiggestellt,
entwickelte sich zu einem der beliebtesten Touristenziele der österreichischen
Hauptstadt. Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl erklärte, mit
Hundertwasser verliere die Stadt einen Vorkämpfer für die Fantasie in Politik
und Kunst, für ökologisches Denken und einen beharrlichen Streiter für mehr
Schönheit und Toleranz in der Welt. Nach den Plänen des Künstlers wurden auch
in Deutschland mehrere Projekte ausgeführt, darunter eine Wohnanlage in Bad
Soden, eine Kindertagesstätte in Frankfurt am Main und das
Martin-Luther-Gymnasium in Wittenberg, ein ehemaliger DDR-Plattenbau.
Während der NS-Zeit
besuchte er eine Montessori-Schule. Die meisten Verwandten seiner jüdischen
Mutter wurden in Konzentrationslagern umgebracht. Nach der Matura (Abitur) 1948
ging er an die Wiener Kunstakademie, brach das Studium aber nach drei Monaten
ab, nahm den Künstlernamen an und reiste nach Paris, Nordafrika und Spanien,
was seinen Stil nachhaltig beeinflusst haben dürfte. Er berief sich auch auf
den Jugendstilkünstler Gustav Klimt, von dem er die Spiralenform als Gleichnis
für das Leben übernahm. Der Künstler lebte und arbeitete in den vergangenen
Jahren die meiste Zeit in Neuseeland. Hundertwasser soll laut Harel auf seinem
Grundstück begraben werden, dem von ihm so genannten Garten der glücklichen
Toten. Er war nie verheiratet und hat auch keine Kinder. -
Ingrid
Königin von Schwerden (monach), (Dänemark)
- geb. 28.03.1910 [Stockholm] - gest. 07.11.2000 [Schloss Frederiksborg bei
Kopenhagen] /
Die dänische
Königinmutter Ingrid ist auf Schloss Frederiksborg bei Kopenhagen gestorben.
Die 90-Jährige war am Dienstag bei ihrem Ableben von Königin Margrethe II.,
deren Schwestern Prinzessin Benedikte und Prinzessin Anne-Marie umgeben (Sie ist
Mutter dreier Töchter und hat zehn Enkelkinder).
In den offiziellen
Mitteilungen hiess es kurz vor der Todesnachricht, Königin Ingrid sei einschliesslich verminderter Herztätigkeit immer schwächer geworden.
Die 1910 in Stockholm
als schwedische Prinzessin geborene Ingrid heiratete 1935 den damaligen
dänischen Kronprinzen, der später König Frederik IX. wurde und 1972 starb.
Nach dem Tod ihres Mannes und der Übernahme der Regentschaft durch die heute
60-jährige Königin Margrethe wohnte die Königinmutter abwechselnd auf Schloss
Amalienborg in Kopenhagen, ihrem persönlichen Schloss Grasten in Südjütland
nahe der dänisch-deutschen Grenze sowie Schloss Fredensborg. Königin Ingrid
wird wie alle dänischen Königinnen und Könige der Neuzeit im Dom von Roskilde
beigesetzt.-
Edmond Kaiser (hilfswerkgründer), (FRA)
- geb. 1914 [Paris, Frankreich] - gest. 2000 [Indien] / Kinderhilfswerk
Terre-des-Hommes-Gründer /
Der Gründer der Hilfsorganisationen Terre des Hommes und Sentinelles, Edmond
Kaiser, ist gestorben. Wie der Vizepräsident von Sentinelles, Yvan Muriset, am
Sonntag in Lausanne erklärte, starb Kaiser am Samstag in Indien nach schwerer
Krankheit im Alter von 86 Jahren.
Kaiser wurde 1914 in
Paris geboren und liess sich 1947 in Lausanne nieder. Im November 1959 gründete
er das Kinderhilfswerk Terre des Hommes. Im März 1980 folgte die Organisation
Sentinelles, die sich gegen jegliche Form der Ausbeutung von Kindern einsetzt.
Kaiser wurde für sein Engagement zu Gunsten der Kinder mehrere Male
ausgezeichnet. Als passionierter Musik- und Poesieliebhaber hat er auch mehrere
Bücher geschrieben. Laut Muriset soll Kaiser seinem Wunsch entsprechend in
Indien ein bescheidenes Begräbnis erhalten.-
Rolf
Kauka
(comic-zeichner), (D/USA)
- geb. 09.04.1917 - gest. 13.09.2000 / der "deutsche Walt Disney"
schuf in den 50er-Jahren die Comic-Füchse "Fix & Foxi"
- Joachim Kemmer (s/synchr), (D), (60 Jahre)
- geb. 1940 [Berlin] - gest. .04.2000 [Wien] Krebs / 1994 heirat mit
Schauspielerin Krista Stadler, die er 1974 am Theater kennen lernte / seine
Söhne aus versch. Beziehungen: Benjamin (34=2000) und Florian (22=2000)
Der Schauspieler und
Synchronsprecher Joachim Kemmer ist mit 60 Jahren gestorben. In den 70er Jahren
wurde Kemmer zu Humphrey Bogarts Stimme, als dessen Filme nachsynchronisiert
wurden. 1952 war eine verfälschte „Casablanca"-Fassung in die
bundesdeutschen Kinos gekommen, Hinweise auf den Nationalsozialismus und das
Vichy-Regime wurden getilgt.
Durch Rollen in
Fernsehserien wie „Derrick“, „Traumschiff“ und „Wolffs Revier“ war
Kemmer einem breiten Publikum bekannt. Zuletzt spielte er im Wiener Theater an
der Josefstadt, das am Donnerstag die Todesmeldung verbreitete.-
Gustav Kilian (sport), (Lux/D)
-
- geb. 03.11.1907
[Luxemburg] - gest. 20.10.2000 [Dortmund, DT] / dt. Radsportler ; zahlreiche
Siege beim Sechstagerennen (gen. "Sechstagekaiser") ; führt als Trainer des
Deutschen Bahn-Vierer zu drei Olympiasiegen und fünf Weltmeistertiteln
-
Rudolf
Kirchschläger (polit), (ÖS), (85 Jahre)
- geb. 1915 - gest. ??.03.2000 / von 1970 an war er Aussenminister, 1974 zum
Staatsoberhaupt Österreichs gewählt
- Werner
Koenig (filmmanager), (D)
- geb. 20.04.1963 - gest. 12.11.2000 Absturz beim Helikopter-Skiing in einer
Lawine / Shooting-Star im Filmgeschäft und an der Börse / Extremsportler
- Konrad
Kujau (kunstfälscher/a/maler), (D)
- geb. 27.06.1928 - gest. 12.09.2000 /
Der Fälscher der Hitler-Tagebücher ist im
Alter von 62 Jahren in Stuttgart gestorben. Dies teilte seine Nichte Petra Kujau
am Mittwoch mit. Kujau war wegen des Tagebuch-Skandals 1983 weltberühmt
geworden: Die Zeitschrift „Stern“ druckte die von ihm gefälschten
Hitler-Tagebücher ab. Kujau hatte sich vor drei Monaten einer
Krebsoperation unterziehen müssen. Er war bereits in den 80er Jahren an Krebs
erkrankt. Vor dem Eingriff im Juni hatte er gesagt, er selbst mache sich kaum
Hoffnung: „Wenn der ganze Bauchraum voll Krebs ist, habe ich höchstens noch
vier Monate zu leben.“ Kujau büsste den Schwindel um die
Hitler-Tagebücher, für den der „Stern“ 9,34 Millionen Mark gezahlt haben
soll, mit drei Jahren Haft. Auch nach seiner Entlassung blieb er seinem Ruf als
Fälscher treu. Er malte Kopien namhafter Künstler wie Salvador Dali und Marc
Chagall. Kujau betätigte sich auch als Gastronom und Galerist in Stuttgart.
- Hedy Lamarr (s), (USA) - geb.
09.11.1914 - gest. 19.01.2000 [Orlando in Florida] / Schauspielerin / erster
Nackstar der Filmgeschichte - im tschechischen Film "Ekstase".
In Hollywood erregten ihre Amouren und Streifen wie "Samson und
Delilah" Aufsehen.
info
- Alvaro Menendez Leal (schr), (chile), (69 Jahre)
- geb. - gest. 06.04.2000 / Der salvadorianische Schriftsteller Alvaro
Menendez Leal ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Er erlag am Donnerstag den
Folgen eines Krebsleidens. International bekannt wurde er mit dem
surrealistischen Theaterstück «Luz Negra» (Schwarzes Licht). Das Stück
handelt von zwei hingerichteten Gefangenen, deren enthauptete Köpfe versuchen,
mit den Lebenden zu kommunizieren. Es wurde in acht Sprachen übersetzt.
Menendez Leal schrieb mehr als 15 Theaterstücke, zahlreiche Essays und
Gedichte. In den 60er Jahren förderte er als Teil der «Generacion Comprometida»
(Engagierte Generation) junge salvadorianische Schriftsteller. Menendez Leal
lehrte unter anderem an der Universität von Konstanz.
- Michael
Leckebusch (mod), (D), (62 Jahre)
- geb. 1937 - gest. 03.03.2000 / Leckebusch, bekannt als Erfinder des
"Beat-Clubs“, erlag am Freitag in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen einem
Herzleiden / "Mit Michael
Leckebusch hat Radio Bremen eine unverwechselbare, für das Ansehen des Senders
bis heute repräsentative Persönlichkeit und einen unersetzlichen Ideengeber
verloren“, sagte Heinz Glässgen, Intendant von Radio Bremen. Leckebusch wurde
1937 in Leipzig geboren und kam nach einem Studium der Theater- und
Zeitungswissenschaften 1962 zu Radio Bremen. Sein von ihm konzipierter, im
Herbst 1965 erstmals in der ARD ausgestrahlter „Beat-Club“ hat die Popmusik
im deutschen Fernsehen salonfähig gemacht. Mit dem "Musikladen“ gelang
Leckebusch 1972 übergangslos ein Anschlusserfolg. Massgeblich war auch seine
Zuarbeit für Rudi Carrells Show „Am laufenden Band“.
- Harald Leipnitz (s/th), (D)
-
- geb. 22.04.1926
[Wuppertal, DT] - gest. 21.11.2000 [München, DT] starb an Lungenkrebs /
Mit Trauer und
Betroffenheit haben Freunde und Kollegen auf den Tod von Harald Leipnitz
reagiert.
«Die Leichtigkeit,
mit der er seine Bühnenrollen gestaltet hat, die sanfte Selbstironie und das
grosse handwerkliche Können haben ihn zu einer der interessantesten und
liebenswertesten Figuren der deutschen Bühne gemacht», würdigte Marianne Koch
ihren früheren Filmpartner am Donnerstag, «ich bin traurig über seinen Tod.
Er war vor allem für die Münchner eine wunderbare Figur.»
Der beliebte
Darsteller aus mehr als 120 Kino- und TV-Produktionen war am Dienstag in
München im Alter von 74 Jahren einem schweren Lungenkrebsleiden erlegen. Einem
Millionenpublikum war Leipnitz bekannt aus Edgar Wallace- und Winnetou-Filmen
oder der ZDF-Krimiserie «Der Alte».
Auch die Kleine
Komödie trauert um ihren Darsteller zahlreicher Rollen. Der Begründer des
Münchner Boulevardtheaters, Gerhard Metzner, holte Leipnitz von Wuppertal nach
München und ebnete ihm die Wege. Sein Münchner Debüt gab er an der Seite von
Barbara Rütting, Lil Dagover und Helen Vita in dem Stück «Ein Schloss in
Schweden» von Francoise Sagan. «Sein Tod ist für uns ein grosser Verlust»,
sagte ein Sprecher des Theaters. Auch Helmut Dietl («Rossini») zeigte sich
schockiert über den Tod von Leipnitz. «Ich habe ihn besonders gern gemocht. Er
war ein sehr kluger und komödiantischer Schauspieler, der wusste, wie man an
die Dinge herangeht», sagte er.
-
Ernst Dieter Lueg (journal/autor), (D)
- geb. 09.01.1930 [Essen, DT] - gest. 22.05.2000 Krebs / 1967 bis 1995 berichtete Lueg
für die ARD aus Bonn - Sendung: "Bericht aus Bonn" (450mal). Nach
seiner Pensionierung (1995) arbeitete er für den Hörfunk und den Sender RTL.
Lueg hatte die Studioleitung 1985 von Friedrich Nowottny übernommen, der dann
Intendant des Westdeutschen Rundfunks wurde. Der WDR hatte Lueg 1964 von der
«Neuen Ruhr-/Neuen Rhein-Zeitung» in seiner Geburtsstadt Essen abgeworben.
- Walter Matthau (s), (USA)
- geb.
01.10.1920 [New York, USA] - gest. 01.07.2000 [Santa Monica, USA] litt an Magenkrebs
und starb nach einem Herzinfarkt -
er
war kurz nach seiner Einlieferung
in die St.-John's Klinik gestorben. Der Schauspieler wurde mit Rollen in «Der
Glückspilz» und «Ein verrücktes Paar» berühmt. Sein Filmdebüt gab er 1955
als Bösewicht in «Der Mann aus Kentucky». Matthau gehörte zu den
beliebtesten Schauspielern der USA. Für seine Rolle in Billy Wilders Komödie
«Der Glückspilz» erhielt er 1966 den Oscar als bester Nebendarsteller. Dies
war gleichzeitig sein Durchbruch in Hollywood. Weitere Oscar-Nominierungen
erhielt er für seine Hauptrollen in «Opa kann's nicht lassen» (1971) und
«Die Sunny Boys» (1975). Zuletzt war er 2000 als Vater dreier
Töchter neben Meg Ryan, Diane Keaton und Lisa Kudrow in «Aufgelegt» zu sehen.
/ zahlreiche Film spielt er mit seinem Filmpartner und Freund Jack Lemmon
(!2001)
- Sir Stanley Matthews (sport), (GB)
- geb. 19 - gest. 2000 / engl. Fussballer / Held des englischen Pokalfinales von
1953 / Sir Stanley Matthews, der erste
Fussballer, der zum Ritter geschlagen wurde. Er starb am Mittwochabend im
Staffordshire-Nuffield-Krankenhaus in Nordengland nach einer kurzen Krankheit,
wie ein Sprecher mitteilte. Er sei friedlich eingeschlafen. Matthews, der als
Flügelspieler seine Gegner trickreich umkurvte, war 1956 der erste Fussballer
Europas. Er spielte 710 Mal für die Vereine Stoke City und den FC Blackpool; 54
Mal trat er für die englische Nationalmannschaft an und schoss dabei elf Tore.
Seinen ersten Einsatz
für Stoke hatte er im Alter von 17 Jahren 1932. 1953 avancierte er zum Helden
des englischen Pokalfinales, als er Blackpool nach einem 1:3 Rückstand gegen
Bolton mit drei Vorlagen für den Stürmer Stan Mortenson zu einem 4:3-Sieg
führte. 1963 schoss er mit 48 Jahren als ältester Spieler in einem Ligaspiel
ein Tor. Als er zwei Jahre später von Königin Elizabeth II. geadelt wurde,
spielte er noch immer.
Nach seinem Abschied
war er unter anderem Botschafter des englischen Fussballs. Bobby Charlton,
selbst eine geadelte Fussballlegende, sagte: Jeder über 50 Jahre wird Stanley
Matthews als absolutes Genie in Erinnerung haben.» Es sei schade, dass es von
damals nicht die guten TV-Bilder gebe. David Davies, der Präsident des
englischen Fussballverbandes, sagte: «Er war ein grosser, grosser Spieler.»
Sportministerin Kate Hoey sagte, Matthews habe mehr als jeder andere Spieler all
das verkörpert, was den Fussball ausmache.
- Erich Mielke (polit/stasi), (D "DDR")
-
geb.
28.12.1907 [Berlin] - gest. 21.05.2000 [starb in einem Altenheim in
Hohenschönhausen, Berlin] /
Der Tod liege bereits vier Tage zurück, berichtet der „Berliner
Kurier“ in seiner Freitagsausgabe (26.05.2000). Mielke war von 1957 bis 1989
Chef
der Stasi [MfS=Ministerium für Staatssicherheit der DDR] und hatte ein
nahezu lückenloses Bespitzelungssystem aufgebaut. 1931 beging er zwei Morde an
Reichs-Polizisten, für die er nach 1990 angeklagt wurde, es jedoch aus
Nichtvernehmbarkeit nie zu einer Verurteilung kam. Ausserdem wurde er auch nicht
für die zahlreichen Verbrechen und Morde in der DDR und des Mauerbaus zur
Verantwortung gezogen, weil die Justiz der BRD unfähig war, "DDR"-Verbrechen
anzuklagen und Urteile zu sprechen.
- Klaus Peters (redakt/journal), (D), (61 Jahre)
- geb. - gest. 01.01.2000 starb an Herzversagen / Mann der ersten Stunde und
Redakteur beim Deutschlandfunk (DLF) / Sendungen u.a. bis 1996 "Das Wochenend-Journal", sowie "Informationen am Morgen" und
"Informationen am Mittag"
- Klaus Piper (verleger), (D) -
geb. 27.03.1911 - gest. 26.03.2000 [München] / Sohn des Piper-Verlag-Gründers
Reinhardt Piper (geb. 1879 - gest 1953) / seit 1904 Taschenbuch-Verlag / 1932
ist Klaus Piper in den Verlag eingetreten /
Wie die Familie am Sonntag mitteilte, starb
der Sohn des Gründers des Piper-Verlages in der Nacht zum Samstag zu Hause in
München. Am (morgigen) Montag wäre er 89 Jahre alt geworden.
Piper war 1932 nach
einer Ausbildung zum Buchhändler in den 1904 gegründeten Verlag seines Vaters
eingetreten. Nach dessen Tod übernahm er 1953 alleine die Leitung des kulturell
bedeutsamen Verlages. Er erweiterte das bis dahin vorwiegend Literatur, Kunst
und Philosophie umfassende Verlagsprogramm um die Richtungen Geschichte,
Politik, Soziologie, Psychologie und Naturwissenschaften. Zu den Autoren des
Piper-Verlags gehörten die Philosophen Karl Jaspers und Hannah Arendt, der
kritische Theologe Hans Küng und die Musiker Alfred Brendel und Yehudi Menuhin.
Vor allem auf dem Gebiet des wissenschaftlichen Sachbuches machte sich der
Verlag einen Namen, unter anderem mit Büchern von Konrad Lorenz und Werner
Heisenberg. Das breite Themenspektrum spiegelte Pipers eigene vielseitige
Interessen wider. 1960 gründete er den Deutschen Taschenbuchverlag (dtv) mit. Zum 1. Januar 1995
verkaufte Piper seine Verlagsanteile von 80 Prozent an die schwedische
Mediengruppe Bonnier, um die Zukunft des Hauses langfristig zu sichern. Noch
zwei Jahre schied er auch als Berater aus. Piper war Träger des Grossen Bundesverdienstkreuzes
und Ehrendoktor der Universitäten München und Saint
Louis/USA.
- Baden Powell (gitarrist und komp)
- geb. 07.08.1937 [Provinz Rio de Janeiro] - gest. 26.09.2000 [Rio de Janeiro] /
brasilianische Gitarrist und Komponist Baden Powell, einer der Väter des Bossa
Nova, starb im Alter von 63 Jahren an einer Lungenentzündung / Powell galt als einer
der besten zeitgenössischen Gitarren-Virtuosen und als Pionier der von
afrobrasilianischen Rhythmen inspirierten Bossa-Nova-Musik. Anfang der 60er
Jahre lernte er seinen späteren Partner Vinicius de Moraes kennen. Mit ihm und
anderen Musikern wie Antonio Carlos Jobim und João Gilberto kreierte er aus
Elementen des Samba, des Cool Jazz und des Swing die Bossa Nova im
Zweivierteltakt. Während der neue Rhythmus in Brasilien bald wieder aus der
Mode kam und P. weitgehend vergessen wurde, feierte er in Europa, besonders in
Deutschland und Frankreich, grosse Erfolge. Von den 70er bis Anfang der 90er
Jahre lebte P. mit seiner Familie in Paris und Baden-Baden.
- Jason Nelson Robards
Jr. (s/th), (USA)
-
-
geb. 26.07.1922 [Chicago, Illinois, USA] - gest. 26.12.2000 [BRIDGEPORT, Conn.]
/ Hollywood-Schauspieler / Sohn des prominenten Schauspielers Jason Nelson
Robards Sr. / Film: u.a. "All the President’s Men"
-
Rolf
Römer (s/r), ("DDR", D)
- geb. 20.09.1935 [Königswinter] - gest. [16.]03.2000 / ostdeutscher
Schauspieler, Regisseur und Ehemann der Schauspielerin Annekathrin Bürger
- Claude
Sautet (r), (FRA)
- geb.
1924 - gest. 22.07.2000 /
Wie
die Filmproduktionsgesellschaft Alain Sarde am Montag in Paris bestätigte,
erlag er am Samstag einem langjährigen Krebsleiden. Sautet drehte unter anderem
zahlreiche Filme mit Romy Schneider, darunter «Eine einfache Geschichte», der
1980 als bester ausländischer Streifen den Oscar erhielt. Zu einer Art Kultfilm
avancierte «Cesar und Rosalie» (1972), ebenfalls mit Romy Schneider und Yves
Montand.
Der 1924 in einem Pariser Vorort geborene
Sautet wurde für seine Arbeit in Frankreich mit zahllosen Preisen geehrt. Er
begann seine Karriere als Musikjournalist und arbeitete dann als Regieassistent
und Drehbuchautor. in den 60-er Jahren begann er, eigene Filme zu drehen; der
internationale Durchbruch gelang ihm 1969 mit dem Film «Die Dinge des Lebens».
- Heinz
Schleußer (polit), (D) -
geb. 20.04.1936 - gest. 12.07.2000 / SPD-Politiker ; trat im Januar 2000 wegen
der Flugaffäre als NRW Finanzminister zurück
- Gustav 'Bubi' Scholz (sport/s), (D)
-
geb. 12.04.1930 - gest. 21.08.2000 [Berlin] Herzstillstand / Alzheimer /
Sohn eines Schmiedes Profi-Boxer
(94 Siege, 2 Niederlagen) / 1948 sein erster Box-Kampf ; erneut Juni 1957
Deutscher Meister im Mittelgewicht / gewann am
04.10.1958 gegen den Franzosen Charles Humez in der 12. Runde vor 25.000
Zuschauern im Berliner Olympiastadion den Europameister-Titel im Mittelgewicht.
Am 04.04.1964 den Titel im Halbschwergewicht. Am 23.07.1984 wegen Mord (im Suff)
an seiner
Frau Helga festgenommen und am 01.02.1985 zu drei Jahren Haft verurteilt.
Der ehemalige
Profi erlitt am Montag einen Herzstillstand, wie sein Anwalt Ülo Salm
mitteilte. Scholz war Europameister im Mittel- und Halbschwergewicht. Nach
seiner aktiven Laufbahn hatte das einstige Idol immer wieder für Schlagzeilen
mit seinem Lebenswandel gesorgt. Scholz litt an der
Alzheimer-Krankheit und hatte die letzten Jahre in einer Seniorenresidenz am
Rande Berlins verbracht.
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Die Kanzlei seines Anwalts Ülo Salm teilte mit, der ehemalige Profiboxer sei am
Montag in einer Berliner Klinik an einem Herzstillstand gestorben. Von 1951 bis
1952 war Scholz Deutscher Meister im Weltergewicht. Als Mittelgewichtler gewann
er 1957 die deutsche Meisterschaft und 1958 die Europameisterschaft. 1962
scheiterte Scholz in einem Weltmeisterschaftskampf gegen den Titelverteidiger
Harold Johnson aus den USA. 1964 wurde Scholz Europameister im
Halbschwergewicht. Von seinen insgesamt 96 Kämpfen gewann er 46 vorzeitig.
Auch nach seinem
Karriereende blieb Scholz in den Schlagzeilen. 1984 erschoss er seine Frau mit
einem Kleinkalibergewehr durch die Tür einer Toilette in seiner Berliner Villa.
Wegen fahrlässiger Tötung und Verstosses gegen alliierte Waffenbestimmungen
wurde er zu drei Jahren Haft verurteilt. Das Gericht wertete die Tat damals als
"aggressiven Ausbruch", der durch den Gebrauch von Alkohol und
Tabletten noch gesteigert worden sei.
- Charles Monroe Schulz (zeichner/comic), (USA)
-
geb. 26.11.1922 [Minneapolis, Minn., USA] - gest. 12.02.2000 /Der Schöpfer der
weltweit beliebten Peanuts-Figuren, Charles M. Schulz, ist gestorben. Wie sein
Sohn Craig mitteilte, erlag der 77-Jährige in seinem Haus im kalifornischen
Santa Rosa am Samstagabend einem Krebsleiden. Die Abenteuer von Charlie Brown,
seinen Freunden und dem Hund Snoopy begeisterten über Jahrzehnte ein weltweites
Publikum. Im Januar hatte Schulz angekündigt, dass er die Comic-Serie nicht
mehr fortsetzen werde. Der an Darmkrebs leidende Zeichner teilte noch am Freitag
mit, dass er daraufhin mit Fanpost aus aller Welt überschüttet worden sei. In
dem letzten Rundfunkinterview sagte Schulz, er sei sich vor dem Entschluss, die
Peanuts nicht weiter zu zeichnen, nicht darüber im Klaren gewesen, wie viele
Menschen er mit seinen Geschichten von Charlie Brown und seinen Freunden
angesprochen habe. Der erste Comic-Strip
der Peanuts erschien am 02.10.1950. Charlie Brown und seine Freunde traten
dann einen Siegeszug um die Welt an und wurden von 2400 Zeitungen in 68 Ländern
gedruckt. Schulz starb am Tag vor der Veröffentlichung des letzten von ihm
gezeichneten Strips: Darauf ist Snoopy vor seiner Schreibmaschine zusammen mit
den anderen Peanuts zu sehen, wie er sich bei den „lieben Freunden“ für
ihre Unterstützung bedankt.
- Horst Seemann (r), (D "DDR"), (62 Jahre)
- geb. - gest. 06.01.2000 [Tanning-Eglingen (?), Bayern] / bekannter
Regisseur der "DDR"
- George Segal (bildhauer/grafiker), (USA)
- geb. 26.11.1924 - gest. 09.06.2000 [Trenton, New Jersey, USA] an Krebs /
Der weltbekannte Pop-Art-Künstler litt seit längerem an Krebs.
Er wurde 75 Jahre alt.
Segal schuf dreidimensionale
Skulptur-Szenen wie «Cezanne's Still Life», das dem berühmten Gemälde
nachgestellt wurde, und «Woman on Orange Bed», eine auf einem
sonnendurchfluteten Bett liegende nackte Frau. Für das Denkmal zu Ehren des
früheren US-Präsidenten Franklin Delano Roosevelt bildete er in Lebensgrösse
eine für Brot anstehende Menschenreihe in der Weltwirtschaftskrise in den 30er
Jahren nach, die er 1997 der Stadt Washington stiftete. Eine der fünf Figuren
ist ein Selbstporträt.
«Ich wollte die Skulptur vom Sockel
holen», sagte Segal 1985 in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. «Ich
wollte etwas Solides schaffen, etwas, in das ich hinein- und herumgehen und mit
dem ich eins werden kann. Ebenso wollte ich diese Hochzeit von Physischem mit
dem Bewusstsein.» Seine lebensgrossen Figuren entstanden aus Gipsabdrücken
lebender Modelle.
Die Entscheidung, Bildhauer statt Maler zu
werden, begründete er so: «Ich mag die Frische von Farben, die Striche, ich
mag es, Markierungen zu machen. Ich bin aber in die Dreidimensionalität
gegangen, weil all diese sehr intelligenten abstrakten Konzeptionen über Kunst
mein Malen auf flache Leinwand blockiert haben».
Segals Agent, der Kunsthändler David
Janis, sagte, die Werke des Bildhauers seien in 150 Museen und vielen
Privatsammlungen zu finden. «Segal war der
einflussreichste amerikanische Bildhauer des 20. Jahrhunderts, und sicherlich
einer der wichtigsten des 20. Jahrhunderts - Punkt», sagte er am Freitag. Im
vergangenen Jahr wurde der am 26. November 1924 geborene Segal von Präsident
Bill Clinton mit der National Medal of the Arts ausgezeichnet.
Segal wuchs in New York auf und studierte
dort und in New Jersey Kunst. Seine Familie zog in den 40er Jahren nach South
Brunswick, wo sein Vater eine Hühnerfarm betrieb. Segal kaufte später
gegenüber seinem Elternhaus eine Hühnerfarm und betrieb sie zehn Jahre. Bevor
er von seiner Kunst leben konnte, lehrte er Kunst und Englisch an verschiedenen
Oberschulen der Gegend.
- Carl Sigman (komp), (USA), (91 Jahre)
- geb. - gest. 26.09.2000 [Manhasset, BS- New York] Komponist /
Der
amerikanische Komponist Carl Sigman, der mit seinen Liedern Generationen zum
Mitsummen brachte, ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Eine Telefonnummer
machte ihn berühmt: 1938 schrieb er «Pennsylvania 6-5000» als Ehrung für ein
Hotel, in dem die Dorsey Brothers, Benny Goodman und Artie Shaw regelmässig
auftraten. Das Glenn Miller Orchestra nahm den Titel auf und machte ihn weltweit
bekannt. Unter PE6-5000 klingelt noch heute das Hoteltelefon.
Sigman, der bereits
am Dienstag in Manhasset im US-Staat New York verstarb, schrieb 1940 den Text zu
Duke Ellingtons «All To Soon» und 1966 für «What Now My Love», das von Herb
Alpert, Sonny and Cher sowie Mytch Ryder aufgenommen wurde. Ferner schrieb er
den Text zu «Ebb Tide», das von Vic Damone, den Platters, Righteous Brothers
und vielen anderen interpretiert wurde. Für die in den 50er Jahren gedrehte
Fernsehserie «Robin Hood» schrieb er die Titelmelodie; vor drei Jahren
benutzte Woody Allen sein «Enjoy Yourself» in dem Film «Everybody Says I Love
You».
- Frank Strecker (s/r), (D), (59 Jahre)
- geb. - gest. 27.03.2000 / der Regisseur, Autor und Schauspieler Frank
Strecker ist im Alter von 59 Jahren gestorben. Dies teilte der Südwestrundfunk
am Freitag in Baden-Baden mit. Der gebürtige Stuttgarter spielte unter anderem
in den 80er Jahren mehrere jahrelang die Rolle des Kriminalassistenten Wagner im
«Tatort» des damaligen Süddeutschen Rundfunks. Der Sohn des
Volksschauspielers Max Strecker (»Die Familie Hesselbach») begann seine
Fernsehkarriere als Rundfunksprecher und Regieassistent und arbeitete ab 1967
fünf Jahre lang beim Bayerischen Rundfunk. Er führte unter anderem bei
zahlreichen Fernsehspielen und -serien Regie, so auch bei der ARD-Serie
«Marienhof».
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- German Titow (wiss/astro), (RUSS)
- geb. 11.09.1935 [Verkhneye] - gest. 20.09.2000 [Moskau] / der nach Juri
Gagarin (1934–1968) als zweiter Russe im Weltall berühmt gewordene frühere
Kosmonaut German Titow starb im Alter von 65 Jahren / T. kreiste am
06./07.08.1961 als zweiter Russe im All mit dem Raumschiff »Wostok-2«
insgesamt 25 Stunden um die Erde. Vier Monate vorher war sein Kosmonautenkollege
Juri Gagarin zum ersten Raumflug eines Menschen aufgebrochen. T. war damals
Ersatzmann Gagarins. Im Wettlauf zwischen den USA und der UdSSR flog noch vor T.
der US-Amerikaner Alan Shepard ins Weltall. Wie die meisten der sowjetischen
Raumfahrthelden gehörte der populäre T. später zur Elite des Landes. In den
80er Jahren arbeitete er mit an der Entwicklung der Raumfähre »Buran«; dieses
Programm wurde jedoch nach einem unbemannten Flug abgebrochen. Nach dem
Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 vertrat T. die Kommunisten im
Verteidigungsausschuss des russischen Parlaments.
- David
Tomlinson (s), (GB)
- geb. 1917 - gest. 24.06.2000 /
Wie seine Familie in Buckinghamshire mitteilte, erlitt
Tomlinson in den vergangenen Monaten mehrere Herzinfarkte. Der Schauspieler
erlangte 1964 in der Rolle des Vaters in «Mary Poppins» Weltruhm. Später trat
er, unter anderem neben dem Komiker Peter Sellers, in mehr als 50 weiteren
Filmen auf, bevor er seine Karriere 1979 beendete. Tomlinson hinterlässt seine
Ehefrau Audrey und vier Söhne.
- Pierre Elliot Trudeau (polit), (KAN)
- geb. 18.10.1919 [Montreal] - gest. 28.09.2000 [ebd.] / mehrfacher
Ministerpräsident Kanadas / Der Liberale T.
regierte Kanada insgesamt 16 Jahre lang und gehörte zu den schillerndsten
Persönlichkeiten der politischen Welt. Als redegewandter Politiker genoss er
wegen seiner Friedensinitiativen, die ihn mehrfach nach Peking und nach Europa
führten, international hohes Ansehen. Innenpolitisch gelang es T., der durch
seine Abstammung (Mutter anglokanadisch, Vater frankokanadisch) für die Rolle
des Vermittlers im Nationalitätenkonflikt prädestiniert war, den
Sprachenstreit zu entschärfen und die Abspaltung der französischsprachigen
Provinz Québec zu verhindern. T. machte Französisch zu einer Amtssprache neben
dem Englischen, warb für die Einführung des metrischen Systems, führte den
Kampf gegen die Separatisten in Quebec und gilt als einer der Väter der 1982
verabschiedeten neuen kanadischen Verfassung, die das britische Domaniongesetz
von 1867 ablöste. Die von ihm eingeleiteten Veränderungen stiessen aber auch
auf Widerspruch in der kanadischen Gesellschaft. Die Reformpartei gründete sich
vor allem im Widerstand gegen die von T. angestrebte stärkere Kontrolle der
Regierung über die Energieressourcen des Landes. Seine Bestrebungen, Kanada aus
der wirtschaftlichen Abhängigkeit von den USA zu lösen, brachten nur wenig
Erfolg. Die schärfste Rezession seit den 30er Jahren führte 1984 zum Ende der
Regierungsära der Liberalen.
STATIONEN:
bis 1943: Jurastudium
bis 1949:
Wirtschaftsstudium in den USA und in Europa
1950: Gründer und
Hrsg. der frankokanadischen Zeitschrift »Cité Libre«
1961: Prof. in
Montreal
seit 1965: Mitgl. der
Liberalen Partei
1966:
Parlamentarischer Staatssekr. beim Ministerpräsidenten Lester Pearson
1967:
Generalstaatsanwalt und Justizminister
1968–74; 1974–79;
1980–84: Premierminister (1974 für kurze Zeit durch ein parlamentarisches
Misstrauensvotum gestürzt)
1984:
Albert-Einstein-Friedenspreis.
- Roger Vadim (r), (USA/FRA) -
geb. 26.01.1928 - gest. 11.02.2000 [Paris / FRA] an Krebs / französ.
Filmregisseur / eher bekannt durch die Heirat mit Brigitte Bardot und Jane Fonda
(beides Schauspielerinnen) und hat ein Kind mit Catherine Deneuve / machte
Brigitte Bardot zum Film-Star
- Edward Walker (wiss), (USA), (82 Jahre)
- geb. - gest. 15.08.2000 [ ] Krebs /
Der Erfinder der Lava-Lampe, Edward Craven Walker, ist im Alter von 82 Jahren
gestorben. Seine Familie erklärte am Samstag, Walker sei bereits am Dienstag
einem Krebsleiden erlegen. «Wenn man meine Lampe kauft, braucht man keine
Drogen», sagte Walker einmal. Das so genannte Tropfen-Licht, bei dem eine
Glühbirne eine Mischung aus Öl und Wasser erhitzte, hatte ihn zu der
Lava-Lampe inspiriert. Walker fand, dass die Lampe interessanter sei, wenn sich
in ihrem Inneren plastische Formen bilden. Die Entwicklung der Astro-Lampe, wie
er sie ursprünglich nannte, dauerte zehn Jahre.
Die Lampe kam 1963
auf den Markt, kurz bevor das Interesse am Psychedelischen erwachte. Walkers
Fabrik in Poole in Südengland konnte kaum die Nachfrage befriedigen. In den
80er Jahren wurde die Lampe unmodern und in den 90er verkaufe Walker die Rechte
an seiner Erfindung an das Unternehmen Mathmos, das heute zu den am schnellsten
wachsenden in Grossbritannien gehört. Walker glaubte immer an die Zeitlosigkeit
seiner Lampe. «Sie ist wie der Kreislauf des Lebens. Sie wächst, bricht
auseinander und alles beginnt vor vorn», sagte er.
Walker interessierte
sich sehr für die Bewegung der Nudisten. Er drehte 1958 und 1960 zwei Filme zu
dem Thema, aus deren Erlös er ein Grundstück in Bournemouth an der Südküste
Englands kaufte und in einen Club für Nudisten verwandelte. Er erregte
Aufsehen, als er versuchte, übergewichtige Nudisten den Eintritt zu verbieten.
Er wolle keine Dicken sehen, sagte er. «Darum geht es beim Naturismus nicht.»
Walker, der bis zu seinem Tod seine Figur behielt, hinterlässt seine vierte
Frau und vier Kinder.
- Klaus Wennemann (s), (D)
- geb.
18.12.1940 - gest. 07.01.2000 Krebstumor in der Lunge / bekannt aus der
ARD-Serie "Der Fahnder" (1984-1991) oder SAT.1-Serie "Schwarz
greift ein" (1993) / Ehefrau Hedi (55=2000) und Sohn Volker (31=2000)
- Ruth Werner (a/agentin), (D "DDR")
- geb. 23.05.1907 - gest. 07.07.2000 [Berlin, DT] /
Die
ostdeutsche Autorin und Agentin Ruth Werner ist am Freitag in Berlin im Alter
von 93 Jahren gestorben. Das teilte die PDS mit, der sie als Mitglied im «Rat
der Alten» zur Seite stand. Werner wurde mit ihrer Biographie (»Sonjas
Rapport») als ehemalige Mitarbeiterin des 1944 hingerichteten sowjetischen
Spions Richard Sorge bekannt.
Der PDS-Vorsitzende Lothar Bisky und
Fraktionschef Gregor Gysi würdigten Werner als einer der populärsten
Zeitgenossinnen, die zunächst als «Kundschafterin» und dann als «überaus
bekannte und beliebte Schriftstellerin» gewirkt habe. Ihr erstes Buch «Ein
ungewöhnliches Mädchen» sei 1957 erschienen. Ihre Biographie sei in
Millionenauflage in aller Welt publiziert worden, unlängst in China und in
England. Am 23. Mai habe sie ihren 93. Geburtstag gefeiert und erzählt, wie sie
trotz Rollstuhls regelmässig Bibliotheken besuche, weil sie noch so viele
Bücher lesen wolle.
- Paula Wessely (s/th), (ÖS)
-
geb. 20.01.1907 [Wien] - gest. 11.05.2000 [Wien] / Frau von Schauspieler Attila
Hörbiger (geb. 21.04.1896 [Budapest] - gest. 27.04.1987 [Wien]), mit dem sie 53
Jahre verh. war und drei Kinder hatte, u.a. Christiane Hörbiger
(Schauspielerin, geb. 13.10.1938, Wien) /
Die österreichische
Kammerschauspielerin und Doyenne des Wiener Burgtheaters starb am Donnerstag im
Alter von 93 Jahren in einem Krankenhaus in ihrer Heimatstadt Wien, wie das
Burgtheater am Freitag nach einem Bericht der österreichischen
Nachrichtenagentur APA mitteilte.
Kritiker bezeichneten
Wessely als Kronzeugin und Hauptperson grosser Theater- und Filmgeschichte sowie
als Grossmeisterin der unergründlichen Zwischentöne. Ihre Karriere wurde von
Superlativen und Kritikerhymnen begleitet. Wessely zu einem fast mythischen
Theaterdenkmal und Teil der kulturellen Identität Österreichs.
«Tief bewegt» vom
Ableben der «unvergesslichen grossen» Burgschauspielerin zeigte sich der
österreichische Bundespräsident Thomas Klestil in einem Beileidstelegramm an
die Töchter. Ganz Österreich lasse dieser «schmerzliche Verlust» dankbar der
grossartigen Filme und Theaterabende gedenken, die Wessely über Jahrzehnte
ihrem Publikum geschenkt habe, meldete APA weiter. Wie keine andere
Schauspielerin habe sie das «österreichische Wesen in Theaterstücken von
Schnitzler, Hofmannsthal oder Raimund verkörpert».
Klestil erinnerte an
Filme wie «Maskerade» (1934), «Der Engel mit der Posaune» (1948) und
«Cordula», in denen Wessely «Tausende Menschen verzaubert und in den Bann
ihrer unnachahmlichen Darstellungskunst» gezogen habe. Der film- und
theaterbegeisterten Welt werde sie «durch ihr Timbre, die Nuancen ihrer
Darstellung und die Facetten ihres Ausdrucks stets unvergesslich bleiben».
- Bernhard Wicki (s/r), (ÖS/CH)
- geb. 28.10.1919 [St. Pölten, Niederösterreich] - gest. 05.01.2000 [München]
/ bedeutenster deutscher Filmregisseur / Antikriegs-Film: "Die
Brücke" (1959) / bekam zwei Mal das Filmband in Gold
- Paula Yates (*), (USA), (40 Jahre)
- geb. - gest. ??.10.2000 [GB] / letzte Gefährtin des 1997 gestorbenen
INXS-Sängers Michael Hutchence
- Emil Zatopek (sport), (CSSR, CZ)
- geb. 19.09.1922 - gest. 21.11.2000 [Prag] starb an einer Hirnblutung / 18
Weltrekorde und vier Olympiasiege / Langstrecken-Legende /
Eiserner
Wille zeichnete ihn immer aus. Er trainierte Langstreckenlauf in
Militärstiefeln, um im Wettkampf mit leichten Schuhen mehr Reserven lockerer,
schneller, besser zu sein. Doch für den wichtigsten Kampf reichte der Wille
allein nicht: Emil Zatopek, als viermaliger Olympiasieger und 18-maliger
Weltrekordler einer der erfolgreichsten Leichtathleten des vergangenen
Jahrhunderts, starb in Prag im Alter von 78 Jahren an den Folgen von
Gehirnbluten.
„Der Dauerlauf ist
tausendmal gesünder als Autofahren und jede moderne Errungenschaft des Menschen“,
hatte Zatopek
einmal gesagt. Er
wertete ihn als natürlichste Fortbewegungsart: „Vogel fliegt, Fisch schwimmt,
Mensch läuft.“ Dabei wollte Zatopek zunächst nicht Sportler werden. Als
Lehrling wurde er 1942 von seinem Chef in der Schuhfabrik Bata zu einem
Cross-Wettbewerb beordert. Zatopek ging zum Arzt, doch der nannte ihn Simulant
statt ihn krank zu schreiben. Zatopeks Reaktion: „Nun will ich auch gewinnen.“
Eine sagenhafte
Karriere begann, ein bisschen Verhalten vom braven Soldaten Schwejk blieb immer
im Spiel. Er galt als „Lokomotive von Prag“, wegen seines ungewöhnlichen
Armkreisens beim Laufen. Der schief gehaltene Kopf unterstützte den Eindruck
des Sich-quälen-müssens. Der Deutsche Martin Lauer mochte nie dieses
verzerrende Klischee. „Schau mal nur auf sein Fahrgestell, da stampft und
wuchtet nichts, da findet nur rationellster Bewegungsablauf statt“, hatte er
sich bei Olympia 1956 in Melbourne ereifert.
Da ging Zatopeks
Laufbahn mit einem sechsten Platz beim Marathon indes schon zu Ende. Mehr
Weltrekorde als er hatte nur der ebenfalls legendäre Finne Paavo Nurmi in den
20er Jahren geschafft (22). 1952 in Helsinki, bei einem seiner vier
Olympiasiege, sei er nur so schnell gelaufen, um nicht vom Speer seiner Frau
Dana getroffen zu werden. Typisch Zatopek. Wer sich auskannte, dem bestätigte
er: „Ich hatte die 5000 Meter schon gewonnen, als Dana gerade erst zum
Speerwerfen ins Stadion kam.“
Aber die Anekdote
half, seine Frau, die immer ein bisschen im Schatten blieb, ins Spiel zu
bringen. Die Speerwerferin Dana wurde wie er am 19. September 1922 geboren,
wurde wie er am 24. Juli 1952, eben in Helsinki, Olympiasieger. „Und wir haben
auch am gleichen Tag geheiratet“, ulkte Emil. Dana stand treu an seiner Seite,
auch als seine Lebenssituation jäh umschlug.
Als Truppen des
Warschauer Paktes am 20. August 1968 gewaltsam den „Prager Frühling“
beendeten, kletterte der tschechische Armee-Offizier in Uniform auf einen Panzer
und forderte die sowjetischen „Waffenbrüder“ auf, nach Hause zu fahren. Den
Namen
Zatopek zu nennen,
blieb einige Jahre gefährlich. Der Held war zum Geächteten geworden, aus
Partei und Armee ausgeschlossen und zum Hilfsarbeiter in einem Bohrtrupp
gemacht. 1972 durfte er auf Einladung von Willi Daume zu den Münchner Spielen
reisen.
Allmählich besserte
sich die Lage für Emil Zatopek, er wurde – stets zusammen mit seiner frau
auftretend – wieder zum Aushängeschild. 1997 wählten ihn die Tschechen zu
ihrem Jahrhundert-Sportler.
Doch seinem
sportbetonten Leben zum Trotz – die Gesundheit verschlechterte sich. Mit
Hirnbluten war er am 30. Oktober in das Militärkrankenhaus seiner Heimatstadt
eingeliefert worden. Eine Lungenentzündung und Herz-Rhythmus-Störungen kamen
hinzu, Zatopek war zuletzt ohne Bewusstsein. Anfang Oktober trat leichtes
Hirnbluten erstmals auf, nachdem eine schwere Virusinfektion stationär
behandelt worden war. Schon vor einem Jahr traf es ihn hart. Der Mann, für den
Laufen alles war, erhielt eine Oberschenkel-Prothese. Seitdem wurden Zatopeks
Spässe weniger, depressive Phasen nahmen zu.
Emil Zatopeks
Erfolge:
1. Olympische Spiele:
1948 Gold über 10.000 m, Silber über 5000 m; 1952 Gold über 5000, 10.000 m
und im Marathon; 1956 Sechster im Marathon.
2.
Europameisterschaften: 1950 Gold über 5000 und 10.000 m; 1954 Gold über 10.000
m, Bronze über 5000 m (Weltmeisterschaften gab es damals noch nicht)
Weltrekorde:
1. Einer über 5000
(1954/13:57,2 Minuten).
2. Fünf über 10.000
m: von 29:28,2 Minuten 1949 bis 28:54,2 Minuten 1954.
3. Je zwei über 6
Meilen, 20 km, 25 km, 15 Meilen und 1 Stunde. Je einer über 10 Meilen und 30
km.
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