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- geb. 14.03.1950
- Beruf: Grafiker, Zeichner, Autor,
Drehbuchautor
- erste Ehe mit Edna (geb. 1966)
- Kind (mit Edna): Sohn Christian (20=2010)
- 1999 neue
Partnerin Elke Troch (53=2010, Sozialarbeiterin)
- wollen heiraten
(Stand: Aug. 2000)
- KaDeWe-Erpressungsversuch
schon 1988, wo 500.000 DM erfolgreich in seine Hände gelangten
- F. erpresste im Zeitraum 1988-1994 insgesamt 1,4
Mill. DM vom Karstadt-Konzern
- in zwei Jahren 6 Bomben gezündet, insges. 40 Geldübergangen
- Festnahme April 1994
- Gefängnis: JVA
Berlin-Plötzensee (Juni 1996-Aug. 2000), Freigang Sept. 1998-Aug. 2000 (Zeichner bei einem
Verlag)
- Urteil wegen
schwerer räuberischer Erpressung zu neun Jahren Haft bestraft, Reststrafe auf
Bewährung
- seine zweite Frau Elke und er wohnen im
Berliner Stadtteil Lichterfelde
(Stand: Aug. 2000)
- seine
Mutter ist Norwegerin (geb. in Stavanger)
- Buch:
Autobiografie «Mein Leben als Dagobert»
Schon
1988 erpresste Funke vom Berliner Kaufhaus KadeWe 500.000 Mark. Bei der
Geldübergabe konnte er trotz eines Grossaufgebotes an Polizei entwischen. Das
erpresste Geld gab er nach eigenen Angaben hauptsächlich für Reisen aus.
Obwohl die 1.000-Mark-Scheine registriert waren, tauchte nie eine der Banknoten
auf.
Unter dem Namen der sagenhaft
reichen Comic-Ente Dagobert liess Funke in den Jahren 1992 und 1993 fünf Mal
Sprengstoff in Filialen von Karstadt-Kaufhäusern detonieren und forderte 1,4
Millionen Mark von dem Konzern, die er jedoch nie erhielt. Seine technischen
Tüfteleien wie eine selbst gebaute Lore, die auf einer stillgelegten
Bahnstrecke fuhr, amüsierten damals die Öffentlichkeit. Bei der Geldübergabe
entgleiste die Lore jedoch, und Funke floh ohne Geld. Ein anderes Mal platzierte
er eine Streusandkiste auf einem Zugang zur Kanalisation, so dass er sich
unbemerkt von unten an das Geldpaketheranmachen konnte. Die Polizei bot ihm
jedoch nur Papierschnipsel an.
Die Fahnder hatten während
ihrer «Dagobert»-Jagd mit reichlich Pech und Pannen zu kämpfen und mussten
dafür öffentlichen Spott einstecken. Einmal soll ein Beamter, der den
Erpresser schon am Kragen gepackt hatte, auf einem Hundehaufen ausgerutscht
sein, ein anderes Mal soll das Auto der Verfolger nicht angesprungen sein.
Gefasst wurde Funke 1994
letztendlich unspektakulär. Aus einer Telefonzelle in Berlin wollte er
Modalitäten für eine kommende Geldübergabe klären, hatte jedoch nicht
bedacht, dass mittels der modernen Digitaltechnik eine schnelle Rückverfolgung
des Anrufes möglich ist. Funke legte gleich nach seiner Festnahme ein
umfassendes Geständnis ab und gab dabei auch zu, der KaDeWe-Erpresser zu sein.
Funke ist gelernter
Schildermaler und Lichtreklamehersteller. Nach Tätigkeiten als Pressefotograf
und Kunstmaler arbeitete er viele Jahre in Berlin als Lackierer für Autos und
Motorräder. Die Arbeit ohne Atem- und Sprühschutz habe ihn krank gemacht und
sein Gehirn geschädigt, gab Funke während des Prozesses 1996 zu Protokoll.
Seine Begründung für die Erpressungen lautete, er habe sich «tot und leer»
gefühlt und Geldprobleme gehabt.
CHRONIK:
Die Jagd nach 'Dagobert'
Berlin - Zwischen 1988
und 1993 verübte der Kaufhaus-Erpresser Arno Funke alias "Dagobert"
insgesamt sechs Anschläge auf das Berliner Kaufhaus des Westens (KaDeWe) und
Karstadt-Filialen in ganz Deutschland. Mehrere Dutzend Geldübergaben hielten
die Polizei bis zur Festnahme des Verbrechers im April 1994 in Atem. Die
Chronologie der wichtigsten Ereignisse:
25.05.1988
Eine Bombe explodiert im KaDeWe.
"Dagobert" erpresst 500.000 Mark, ohne geschnappt zu werden.
Seit Juni 1992 scheiterten
mindestens 18 Geldübergabeversuche an Missverständnissen und Pannen.
13.06.1992
Nach dem ersten Bombenanschlag
auf ein Karstadt-Kaufhaus in Hamburg installiert die Polizei eine von
"Dagobert" gebastelten Blechkiste mit einer Magnethalterung am D-Zug
Rostock-Berlin. Bei Neustrelitz löst der Täter ein Funksignal aus. Doch der
Abwurfmechanismus versagt.
15.07.1992
Der erste Geldübergabeversuch
scheitert in Mecklenburg-Vorpommern.
14.08.1992
Der gleiche Trick mit der
Blechkiste und dem Funksignal klappt: In Aumühle bei Hamburg schnappt sich
Dagobert den von einem Zug gefallenen Geldsack und entkommt trotz sofortiger
Grossfahndung auf einem Mountainbike.
Beute: Wenige hundert Mark und
viele Papierschnipsel. Bis zum 22. Oktober 1992 scheitern drei weitere
Übergabeversuche aus fahrenden Zügen.
09.09.1992
Dagobert ist sauer, zündet bei
Karstadt in Bremen eine Bombe.
In der vierten Etage des Bremer
Karstadt-Hauses, in der auch Kanister mit Motorenöl stehen, detoniert eine 20
Zentimeter lange Rohrbombe.
15.09.1992
Neuerlicher Anschlag, dieses Mal
bei Karstadt in Hannover. Zwei Menschen werden leicht verletzt.
13. und 29.10.1992
In Berlin scheitern zwei
Geldübergaben.
29.10.1992
Nach dem Abwurf eines Geldbeutels
aus einem Intercity in Berlin-Charlottenburg gelingt es einem Polizisten,
"Dagobert" am Kragen zu packen. Der Beamte rutscht jedoch auf einem
Hundehaufen aus, der Erpresser entkommt ohne Beute.
05.01.1993
2.000 Polizisten lauern in Berlin
auf Dagobert. Die Geldübergabe scheitert, Dagobert entkommt in Pankow.
19.04.1993
In Berlin-Britz deponiert ein
Geldbote in einer Streusandkiste - vom Erpresser über einem offenen Gully
aufgestellt - ein Paket mit Papierschnipseln. "Dagobert" bemerkt den
Schwindel und flüchtet durch die Kanalisation.
19.05.1993
Sprengstoffanschlag auf ein
Karstadt-Warenhaus in Bielefeld. Nachdem weitere Übergabetermine gescheitert
oder verschoben worden sind, geht am 06.12.1992 bei Karstadt in
Berlin-Kreuzberg der fünfte Sprengsatz hoch.
In der Fernsehabteilung des
Karstadt-Warenhauses in Bielefeld explodiert in der Nacht ein Spreng- und
Brandsatz. 01.09.1993
In Berlin-Charlottenburg
misslingt eine Geldübergabe.
06.12.1993
Bombenexplosion bei Karstadt am
Hermannsplatz in Berlin-Kreuzberg.
In einer Karstadt-Filiale im Berliner Bezirk
Kreuzberg explodiert eine Rohrbombe in einem Fahrstuhl. Der Sachschaden wird auf
mehrere 10.000 Mark geschätzt.
15.01.1994
"Dagobert" lauert in
Berlin unter einem mit Gehwegplatten präparierten und zur Kanalisation
führenden Sielschacht auf Beute. Die Übergabe scheitert daran, dass die
Geldboten ihr Paket nicht in den Schacht legen.
22.01.1994
In Berlin-Charlottenburg
scheitert ein Übergabeversuch mit einer selbstgebauten Lore (Schlitten) auf
einem stillgelegten Eisenbahngleis.
19.04.1994
Ein Geldbote, von
"Dagobert" für den späten Abend in eine Telefonzelle bestellt,
trifft wegen dichten Verkehrs nicht rechtzeitig ein. Jedoch kommt den Fahndern
ein Auto entgegen, dessen Fahrer auf die bisherige Beschreibung
"Dagoberts" passt. Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, sei der Mann
dann über das Kennzeichen seines Autos identifiziert und seit Freitag morgen
03.00 Uhr observiert worden.
22.04.1994, 10:18
Uhr (lt. "FOCUS" 10:14 Uhr)
"Dagobert" wählt von
einer Telefonzelle in der Treptower Hagedornstrasse aus eine nur ihm und der
Sonderkommission bekannte Rufnummer. Er wird von einem Berliner Beamten
festgenommen. Er ist der selbe Fahnder, der am 29.10.1992 bei Versuch,
"Dagobert" zufassen, auf Hundekot ausgerutscht war.
Fahnder fassen "Dagobert" in einer
Berliner Telefonzelle, als er neue Anweisungen für die Übergabe von mehr als
1,4 Millionen Mark stellen will.
"Dagobert" in
Berlin gefasst
Nach knapp zweijähriger Fahndung
ist der Kaufhaus-Erpresser Dagobert" gefasst worden, Die Polizei
überwältigte den 44-jährigen Arno F. beim verlassen einer Telefonzelle in
Berlin-Treptow. Dort hatte er einen neuen Übergabetermin vereinbaren wollen.
Der Polizei war am Mittwoch der Wagen des Erpressers aufgefallen. Darauf war der
Berliner observiert worden. Der gelernter Elektriker lebte als selbständiger
Unternehmer in Berlin-Tempelhof. "Dagobert" gab die
Erpressungsversuche und Bombenanschläge zu. Ausserdem gestand er, 1988 das
Berliner Kaufhaus des Westens um 500.000 DM erpresst zu haben.
Kaufhauserpresser
"DAGOBERT" erpresste von der KARSTADT AG auch am:
30.10.1992, 06.01.1994
17.01.1995
Vor dem Berliner Landgericht beginnt der Prozess
gegen Arno Funke. Zwei Monate später wird er zu einer Freiheitsstrafe von
sieben Jahren und neun Monaten verurteilt.
14.06.1996
Nach der Aufhebung des Urteils durch den
Bundesgerichtshof fällt das Berliner Landgericht in einem zweiten Prozess ein
Urteil von neun Jahren Haft. Funke wird der vollendeten Erpressung des KaDeWe
und der versuchten Erpressung des Karstadt-Konzerns zwischen 1992 und 1994 sowie
der sechs Sprengstoffanschläge schuldig gesprochen.
13.08.2000
Funke wird am späten Abend (Sonntag, 22:00 Uhr)
vorzeitig aus der Haft entlassen, nachdem er zwei Drittel seiner Strafe
abgesessen hat. Zusammenstellung by
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