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London - Prinzessin
Margaret galt lange Zeit als der heimliche Star des britischen Königshauses.
Schon bevor das Haus Windsor in den 90er Jahren von Eheskandalen der
nachfolgenden Generation erschüttert wurde, hatte Margaret mit Affären und
Scheidung für Sprengstoff gesorgt. Ihr Leben war von Rebellion, Enttäuschung
und Verzicht gekennzeichnet.
Unglückliche Liebschaften
Die jüngere Schwester der Queen
war dennoch für viele eine Bilderbuch-Prinzessin, deren tief unglückliche
Liebschaften die Herzen von Millionen berührten. Andere sahen in ihr eine
Schauspielerin, die zeitlebens die Unglückliche mimte, weil sie die grosse
Liebe ihres Lebens nicht bekam.
Heirat verwehrt
Durch ihre Romanze mit dem
Fliegeroffizier Peter Townsend geriet die am 21. August 1930 geborene Prinzessin
Anfang der 50er Jahre in die Schlagzeilen. Sie hatte sich unsterblich in den
Adjutanten ihres Vaters, König Georg VI., verliebt und wollte Townsend, einen
geschiedenen Familienvater, heiraten. Aber noch war die Zeit nicht reif dafür,
dass eine Königliche Hoheit eine Ehe mit einem Bürgerlichen einging, der zudem
schon einmal verheiratet war.
Margaret gab nach
Auf Drängen von Königsfamilie,
anglikanischer Kirche und Establishment entschied sich Margaret im Oktober 1955
zum Verzicht. Politiker, Verfassungsexperten und Royalisten hatten ihr
eingeredet, eine Ehe mit Townsend würde die Monarchie gefährden. Margaret
selbst begründete ihre Entscheidung mit dem kirchlichen Gebot von der
Unauflöslichkeit der Ehe. "Margaret wusste, dass sie alle königlichen
Privilegien verlieren würde und möglicherweise im Ausland leben müsste - das
wollte sie nicht aufgeben", sagte Giles Townsend, Sohn des einstigen
Geliebten, Jahre später.
Als die Prinzessin im Mai 1960
in der Westminster-Abtei den bürgerlichen Fotografen Antony Armstrong-Jones
(Lord Snowdon) heiratete, wurde dies von vielen als eine Trotzreaktion
interpretiert. Aus der Ehe gingen zwei Kinder, David und Sarah, hervor. Aber
schon acht Jahre später kriselte es, im Mai 1978 wurde die Verbindung offiziell
geschieden, nachdem beide Partner schon lange ihre eigenen Wege gegangen waren.
"Königliches
Flittchen"
Margaret stürzte sich in ein
Leben voller Partys. Ihr mehrjähriges Verhältnis zu einem 17 Jahre jüngeren
Playboy brachte ihr viel öffentliche Kritik ein. Auch der Schauspieler Peter
Sellers zählte zu den Männern in ihrem Leben. Ein Labour-Abgeordneter
titulierte Margaret einmal als "königliches Flittchen". Für die
"Times" war sie eine "verfehlte Schauspielerin".
Starker Alkohol- und
Zigarettenkonsum
In ihrem Ferienhaus auf der
Karibik-Insel Mustique feierte Margaret, deren Whisky- und Zigarettenkonsum
legendär war, wilde Partys. Die hübsche Königsschwester, so die
"Times", verlangte dabei von ihren Freunden "immer Respekt und
manchmal sogar Unterwürfigkeit, die sie als Schwester der Queen für sich in
Anspruch nahm". Wegen ihres "mitunter herrischen Wesens" war sie
nicht immer wohlgelitten, berichteten Freunde. Ein anonym gebliebener Kenner
bezeichnete sie gar als "ausgesprochen giftig und absichtlich böse".
Lungenkrebs und
Schlaganfälle
Die Enttäuschungen der Liebe,
das Jet-Set-Leben, Alkohol und Nikotin hinterliessen ihre Spuren. Berichte über
Gesundheitsprobleme traten an die Stelle von Skandalnachrichten. Im Januar 1985
wurde Margaret nach Krebsverdacht der linke Lungenflügel entfernt. Sieben Jahre
später erkrankte sie an einer Lungenentzündung. Im Februar 1998 folgte der
erste von mehreren Schlaganfällen - im Alter von 67 Jahren. Ein Jahr später
verbrühte sich die Prinzessin in der Badewanne beide Füsse. Die Verletzungen -
und ihre nur langsame Genesung - sollen der Prinzessin geistig und körperlich
sehr zugesetzt haben. Zuletzt war sie fast blind und erschien in der
Öffentlichkeit nur noch im Rollstuhl und mit einer schwarzen Brille.
"Vom Leben nicht gut
behandelt"
"Die Zeit und das Leben
haben Prinzessin Margaret nicht gut behandelt", konstatierte die
"Times." "Hätte man ihr vor 40 Jahren erlaubt, die Liebe ihres
Lebens zu heiraten, wäre sie eine glücklichere und vielleicht eine gesündere
Frau gewesen." |