PERSONEN|A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|>M|N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z|

.

Herrscherhäuser / Royals A-Z

.
Prinzessin Margaret
.
Princess Margaret

Prinzessin
Margaret Rose

geboren 21.August 1930 Glamis / Schottland
gestorben 09.Februar 2002 London

.
Prinzessin Margaret friedlich eingeschlafen
.

London - Prinzessin Margaret, die jüngere Schwester der britischen Königin Elizabeth II., ist am Samstagmorgen nach einem erneuten Schlaganfall in London gestorben. Sie wurde in der Nacht aus dem Kensington-Palast in das King-Edward-VII-Krankenhaus gebracht und starb dort um 07:30 Uhr "friedlich im Schlaf". Ihre beiden Kinder Lord Linley und Lady Sarah Chatto waren bei ihr. Königin Elizabeth liess mitteilen, sie sei "in tiefer Trauer" um ihre "geliebte Schwester".

Sorge um Queen Mum

Margarets Tod wirft einen Schatten auf das Goldene Thronjubiläum der Queen, die am vergangenen Mittwoch genau 50 Jahre im Amt war. Die Feiern dazu sind von Mai bis August geplant. Vor allem aber wuchs die Sorge um die 101-jährige Queen Mum, die seit Monaten krank und nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten ist. Nach BBC-Informationen geht es ihr so schlecht, dass sie kaum noch laufen kann. Prinz Charles, der ein besonders inniges Verhältnis zu ihr hat, reiste am Nachmittag nach Schloss Sandringham in Nordengland, um seiner Grossmutter beizustehen.

Beerdigung am Freitag

Der Sarg mit Margarets Leichnam wurde am Nachmittag aus dem Krankenhaus in den Kensington-Palast gebracht. Ihre Familie wollte dort von ihr Abschied nehmen. Anfang der Woche soll der Sarg dann in die "Queens-Kapelle" des Londoner St.-James-Palastes gebracht werden, wo er bis zum Tag vor der Bestattung bleiben soll. Am Freitag (15.02.2002) wird Margaret in der St.-Georgs-Kapelle von Schloss Windsor beigesetzt. Nur Mitglieder der königlichen Familie und enge Freunde sollen daran teilnehmen.

30 Zigaretten am Tag

Margarets Gesundheit war schon lange stark angeschlagen, was auf ihren enormen Zigaretten- und Whiskykonsum zurückgeführt wurde. Schon 1985 entfernten ihr die Ärzte wegen Krebsverdachts einen Lungenflügel, doch wenig später rauchte sie schon wieder 30 Zigaretten am Tag. 1998 folgte der erste von mehreren Schlaganfällen. Ein Jahr später verbrühte sich die Prinzessin in der Badewanne beide Füsse. Die Verletzungen und ihre nur langsame Genesung sollen ihr seelisch und körperlich sehr zugesetzt haben.

Zuletzt war sie blind und liess sich nur noch im Rollstuhl und mit einer grossen, schwarzen Brille sehen. Zum letzten Mal zeigte sie sich kurz vor Weihnachten bei einer Geburtstagsparty in der Öffentlichkeit.

"Das Leben in vollen Zügen genossen"

Als Erster bekundete der britische Premierminister Tony Blair öffentlich sein Beileid: "Ich bin tieftraurig, vom Tod der Prinzessin Margaret zu hören", sagte er während eines Fluges nach Sierra Leone. Prinz Charles sagte: "Das ist ein schrecklich trauriger Tag für die ganze Familie. Wir werden sie alle sehr vermissen. Sie hat das Leben geliebt und es in vollen Zügen genossen." Viele Menschen wüssten gar nicht, welche Talente sie gehabt habe: "Sie hat unglaublich gut Klavier gespielt und gesungen wie ein Engel."

.
Ein Leben zwischen Verzicht und Rebellion
.

London - Prinzessin Margaret galt lange Zeit als der heimliche Star des britischen Königshauses. Schon bevor das Haus Windsor in den 90er Jahren von Eheskandalen der nachfolgenden Generation erschüttert wurde, hatte Margaret mit Affären und Scheidung für Sprengstoff gesorgt. Ihr Leben war von Rebellion, Enttäuschung und Verzicht gekennzeichnet.

Unglückliche Liebschaften

Die jüngere Schwester der Queen war dennoch für viele eine Bilderbuch-Prinzessin, deren tief unglückliche Liebschaften die Herzen von Millionen berührten. Andere sahen in ihr eine Schauspielerin, die zeitlebens die Unglückliche mimte, weil sie die grosse Liebe ihres Lebens nicht bekam.

Heirat verwehrt

Durch ihre Romanze mit dem Fliegeroffizier Peter Townsend geriet die am 21. August 1930 geborene Prinzessin Anfang der 50er Jahre in die Schlagzeilen. Sie hatte sich unsterblich in den Adjutanten ihres Vaters, König Georg VI., verliebt und wollte Townsend, einen geschiedenen Familienvater, heiraten. Aber noch war die Zeit nicht reif dafür, dass eine Königliche Hoheit eine Ehe mit einem Bürgerlichen einging, der zudem schon einmal verheiratet war.

Margaret gab nach

Auf Drängen von Königsfamilie, anglikanischer Kirche und Establishment entschied sich Margaret im Oktober 1955 zum Verzicht. Politiker, Verfassungsexperten und Royalisten hatten ihr eingeredet, eine Ehe mit Townsend würde die Monarchie gefährden. Margaret selbst begründete ihre Entscheidung mit dem kirchlichen Gebot von der Unauflöslichkeit der Ehe. "Margaret wusste, dass sie alle königlichen Privilegien verlieren würde und möglicherweise im Ausland leben müsste - das wollte sie nicht aufgeben", sagte Giles Townsend, Sohn des einstigen Geliebten, Jahre später.

Als die Prinzessin im Mai 1960 in der Westminster-Abtei den bürgerlichen Fotografen Antony Armstrong-Jones (Lord Snowdon) heiratete, wurde dies von vielen als eine Trotzreaktion interpretiert. Aus der Ehe gingen zwei Kinder, David und Sarah, hervor. Aber schon acht Jahre später kriselte es, im Mai 1978 wurde die Verbindung offiziell geschieden, nachdem beide Partner schon lange ihre eigenen Wege gegangen waren.

"Königliches Flittchen"

Margaret stürzte sich in ein Leben voller Partys. Ihr mehrjähriges Verhältnis zu einem 17 Jahre jüngeren Playboy brachte ihr viel öffentliche Kritik ein. Auch der Schauspieler Peter Sellers zählte zu den Männern in ihrem Leben. Ein Labour-Abgeordneter titulierte Margaret einmal als "königliches Flittchen". Für die "Times" war sie eine "verfehlte Schauspielerin".

Starker Alkohol- und Zigarettenkonsum

In ihrem Ferienhaus auf der Karibik-Insel Mustique feierte Margaret, deren Whisky- und Zigarettenkonsum legendär war, wilde Partys. Die hübsche Königsschwester, so die "Times", verlangte dabei von ihren Freunden "immer Respekt und manchmal sogar Unterwürfigkeit, die sie als Schwester der Queen für sich in Anspruch nahm". Wegen ihres "mitunter herrischen Wesens" war sie nicht immer wohlgelitten, berichteten Freunde. Ein anonym gebliebener Kenner bezeichnete sie gar als "ausgesprochen giftig und absichtlich böse".

Lungenkrebs und Schlaganfälle

Die Enttäuschungen der Liebe, das Jet-Set-Leben, Alkohol und Nikotin hinterliessen ihre Spuren. Berichte über Gesundheitsprobleme traten an die Stelle von Skandalnachrichten. Im Januar 1985 wurde Margaret nach Krebsverdacht der linke Lungenflügel entfernt. Sieben Jahre später erkrankte sie an einer Lungenentzündung. Im Februar 1998 folgte der erste von mehreren Schlaganfällen - im Alter von 67 Jahren. Ein Jahr später verbrühte sich die Prinzessin in der Badewanne beide Füsse. Die Verletzungen - und ihre nur langsame Genesung - sollen der Prinzessin geistig und körperlich sehr zugesetzt haben. Zuletzt war sie fast blind und erschien in der Öffentlichkeit nur noch im Rollstuhl und mit einer schwarzen Brille.

"Vom Leben nicht gut behandelt"

"Die Zeit und das Leben haben Prinzessin Margaret nicht gut behandelt", konstatierte die "Times." "Hätte man ihr vor 40 Jahren erlaubt, die Liebe ihres Lebens zu heiraten, wäre sie eine glücklichere und vielleicht eine gesündere Frau gewesen."

.
TRAUERFEIER
Abschied von Prinzessin Margaret
.

"Schwanensee" zum Abschied
"Queen Mum" betrat die Kirche durch einen Seiteneingang, wo sie von den rund 500 Schaulustigen und Reportern nicht gesehen werden konnte. Zu den Trauernden gehörten ausserdem Königin Elizabeth, ihr Ehemann Prinz Philip , ihre Kinder Charles, Anne, Andrew und Edward sowie ihre Enkel William und Harry. Etwa 450 Gäste waren gekommen. Die Lieder und die Musik hatte Margaret selbst ausgesucht. Unter anderem hatte sich die Ballett-Liebhaberin Musik aus "Schwanensee" gewünscht. Zum Abschluss der Trauerfeier spielt ein Dudelsackspieler eine klagende Trauermelodie. Der Dekan von Windsor zelebrierte den Gottesdienst. Auf den Tag genau 50 Jahre zuvor war in derselben Kapelle Margarets Vater, König George VI., beigesetzt worden. Zu ihm hatte sie immer ein besonders gutes Verhältnis gehabt.

Einäscherung: Bruch der royalen Tradition
Margarets Leichnam sollte unmittelbar nach der Trauerfeier in einem nahe gelegenen Krematorium eingeäschert werden - ein Bruch mit der Tradition des Königshauses, das bisher auf Feuerbestattungen verzichtet hatte. Die Einäscherung im Krematorium von Slough sollte in aller Stille und ohne königliche Trauergäste vollzogen werden.

Beisetzung neben dem Vater
Nach einem Bericht der "Times" hatte sich Margaret deshalb für eine Einäscherung entschieden, weil ihre Urne in der Königsgruft der St.-Georgs-Kapelle ganz in der Nähe ihres geliebten Vaters George VI. beigesetzt werden könne. Für einen Sarg wäre dort kein Platz mehr gewesen. Den königlichen Friedhof auf Schloss Windsor fand Margaret düster und unheimlich.

Die Urne sollte am Freitagabend oder am Samstagmorgen in der gotischen Kapelle beigesetzt werden. Dort sind unter anderem zehn englische Könige bestattet, darunter der sechs Mal verheiratete Heinrich VIII (1491-1547).

Attraktion für Touristen
Die Trauerfeier lockte zahlreiche Touristen nach Schloss Windsor. "Vor 50 Jahren bin ich als kleines Kind hier gewesen, als der König (George VI.) gestorben war, und ich erinnere mich daran, dass der Boden hier mit Blumen bedeckt war", sagte Rosemary Grimmet (57). "Ich hatte etwas Ähnliches erwartet und bin ein bisschen enttäuscht."

Sun: Makabre Wortspielereien
Die Touristen hofften vor allem darauf, einen Blick auf "Queen Mum" zu erhaschen. Auch die britischen Medien interessierten sich in erster Linie für die Königinmutter. Ihr Hubschrauberflug von Schloss Sandringham nach Windsor am Tag zuvor sei die "tapferste und die traurigste Reise ihres Lebens" gewesen, schrieb die "Sun" und betitelte sie als "Mutter Courage". Das Konkurrenzblatt "Mirror" berichtete jedoch, das Königshaus sei so verärgert über die "Sun", dass ihre Reporter nicht auf das Gelände von Schloss Windsor vorgelassen würden. Die "Sun" habe sich die Gunst der Royals mit einem Wortspiel über die Kremation von Margaret auf der Titelseite ("Crem de la Crem") verscherzt.

Gedicht zum Abschied
Der Hofdichter der Queen, Andrew Motion, veröffentlichte am Freitag unter dem Titel "Die jüngere Schwester" ein Gedicht über Margaret. Darin konzentrierte er sich auf die tragische Seite ihres Lebens. So habe Margaret zwar viel Geld und grosse Privilegien besessen, aber in der Liebe dennoch viel Leid erfahren - eine Anspielung auf ihre unglückliche Beziehung zu dem Fliegeroffizier Peter Townsend. Margaret sei sich immer bewusst gewesen, "dass die Liebe und die Pflicht zwei verschiedene Sprachen sprechen".

Nun müsse eine Mutter - die 101 Jahre alte "Queen Mum" - ihre Tochter zu Grabe tragen, und Königin Elizabeth II. stehe am Sarg ihrer jüngeren Schwester, schrieb Motion. Ein Sprecher des Buckingham-Palastes bezeichnete das Gedicht als "sehr ergreifend". Motion soll als "Hofdichter" die bedeutsamsten nationalen Ereignisse dichterisch begleiten.

.

Anmerkung: Abgesehen vom Trauerfall haben Mitglieder von Monarchien ein finanziell sorgloses Leben. Durch ihre Herkunft können Sie wie alle Reiche auf dieser Welt an den besten Universitäten studieren. Ihnen steht die Welt offen, wenn auch zahlreiche Pflichten ihr Privatleben einschränken können. Royals sind öffentliche Personen, ihr Leben lang. Tauschen würde ich schon deshalb nicht.

Herrscherhäuser - Royals A-Z

.

Schreiben Sie uns, wenn Sie Fragen haben! Unsere Antwort ist kostenlos.

.

NICHTKOMMERZIELLER WEBAUFTRITT VON GOMICHA.de - LEIPZIG - NÜRNBERG

.

welt-des-wissens.com ist nicht für den Inhalt externer Internetseiten verantwortlich!
.
.